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O'Reilly ist nach Donald Trumps Überzeugung "kein schlechter Mensch".

Bill O'Reilly

Nach Sex-Vorwürfen: Trumps Lieblings-Moderator gefeuert

Washington - Da war selbst der mächtigste Mann der Welt machtlos: Der konservativ geprägte US-Sender Fox News hat sich nach Berichten über sexuelle Übergriffe von seinem Kult-Moderator Bill O'Reilly getrennt. 

Das Mutterunternehmen des zum Imperium von Medienzar Rupert Murdoch gehörenden Senders bestätigte die Personalie. "Nach einer sorgfältigen Prüfung der Vorwürfe stimmen das Unternehmen und Bill O'Reilly überein, dass Bill O'Reilly nicht auf Fox News zurückkehren wird", hieß es in einer Stellungnahme der 21st Century Fox am Mittwoch.

Der Moderator wurde dabei über Jahrzehnte als provozierender Fragesteller und Meinungsmacher wahrgenommen. Er fiel durch teils extreme Positionen auf. So erklärte er, die Todesstrafe sei für einige Straftäter zu human, diese hätten stattdessen Arbeitslager verdient.

Der Moderator ist eines der bekanntesten TV-Gesichter der USA, seine allabendliche Talk-Sendung "The O'Reilly Factor" war ein wichtiger Quotenbringer für Fox News. Zwischen Januar 2015 und September 2016 generierte die Sendung fast 300 Millionen Dollar an Werbeeinnahmen, wie die Recherchefirma Kantar Media errechnete.

Die "New York Times" hatte im März berichtet, dass O'Reilly und sein Sender insgesamt 13 Millionen Dollar (12,2 Millionen Euro) als Schweigegeld an fünf Frauen gezahlt hätten, die dem 67-Jährigen Belästigung vorgeworfen hätten. Die Frauen mussten sich demnach verpflichten, die Vorwürfe nicht öffentlich zu machen und keine Klagen einzureichen. Es handle sich um Frauen, die entweder für O'Reilly arbeiteten oder in seiner Sendung regelmäßig zu Gast waren.

Wegen der Vorwürfe verlor O'Reillys Talksendung in den vergangenen Wochen zahlreiche große Werbekunden, darunter die Autokonzerne Mercedes-Benz, BMW, Toyota und Hyundai, die US-Versicherung Allstate und der französische Pharmakonzern Sanofi.

Fox als Trumps Haussender

Zuletzt hatte sich US-Präsident Donald Trump hinter O'Reilly gestellt. Dieser sei "kein schlechter Mensch", sagte der Präsident nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Moderator. O'Reilly bestreitet alle Vorwürfe und vermutet eine Verschwörung gegen sich. 

Fox News war in den vergangenen Wochen zu einer Art Haussender für Trump geworden. Er nutzt Fox News vielfach, um seine Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen. Während er andere Medien als Staatsfeinde beschimpfte, lobte er die angeblich stets korrekte Darstellungsweise des Murdoch-Senders, dessen Journalisten sich oft lobend über die Politik Trumps äußern. 

Fox war in der Vergangenheit mehrfach wegen sexueller Übergriffe hochrangiger Mitarbeiter in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem hatte der frühere Sender-Chef Roger Ailes gehen müssen, weil ihm Moderatorinnen Übergriffe vorgeworfen hatte.

dpa/afp

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