Foto-Montage mit FPD-Chef Christian Lindner und „Münchner Merkur“-Politik-Redakteur Mike Schier
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Links FPD-Chef Christian Lindner, rechts „Münchner Merkur“-Politik-Redakteur Mike Schier.

Kommentar

Comeback dank Corona? Lindner-Partei fährt einen Kurs mit Risiko - das zahlt sich aus

  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Ihre Flucht aus einer Jamaika-Koalition 2017 hing der FDP nach. Doch nun ergeben sich für sie interessante Machtoptionen, kommentiert Mike Schier, Politik-Redakteur des „Münchner Merkur“.

München - Das Scheinwerferlicht gehörte an diesem Wahlabend anderen: Malu Dreyer und Winfried Kretschmann, auch der plötzlich öffentlich kriselnden Union. In ihrem Schatten aber fuhr auch eine Partei leichte Gewinne ein, der das länger nicht gelungen war und die zwischenzeitlich schon Gefahr lief, bundesweit unter fünf Prozent zu rutschen: die FDP. Feiern die Liberalen, die dreieinhalb Jahre lang (zu Recht) für ihre Flucht aus Jamaika und der Verantwortung verprügelt wurden, ausgerechnet im Jahr der Bundestagswahl ihr überraschendes Comeback?

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Die Mannschaft um Christian Lindner berappelt sich offenbar dank eines nicht risikolosen Kurses, der ihr im vergangenen Jahr auch viele Anfeindungen bescherte. Die Liberalen stellten sich gegen eine aus ihrer Sicht übertriebene Einschränkung von Bürgerrechten – allerdings ohne die Gefahr durch das Virus herunterzureden. Letzteres unterschied sie von AfD oder „Querdenkern“, was mancher Kritiker gerne übersah.

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Doch die Freiheit des Einzelnen ist der Markenkern der Liberalen. Zudem gehört zu den Aufgaben der Opposition, Finger in Wunden zu legen. Impfstoffverteilung, fehlende Schnelltests, mangelnde Digitalisierung. Die FDP prangerte die Schwachstellen der Bundesregierung früh an und lieferte einige kluge Vorschläge. Das zahlt sich allmählich aus.

Zudem ergeben sich neue Machtoptionen, die die FDP interessanter machen. Mit der politischen Öffnung – weg vom Anhängsel der Union – erscheint die Ampel eine ernsthafte Möglichkeit. Berlin wird genau beobachten, was in Stuttgart passiert. Sicher ist nur: Diesmal wollen die Liberalen mitregieren. Noch mal türmen geht nicht.

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