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Frank-Walter Steinmeier: Alle Infos zum Bundespräsidenten - Aufgaben, Amtszeit, Privates

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Von: Jakob Koch

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lacht.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. © Noah Wedel/Imago Images

Seit fünf Jahren wirkt Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident im Berliner Schloss Bellevue. Privates dringt nur selten an die Öffentlichkeit. Was nur wenige wissen: Er rettete seiner Frau das Leben.

Berlin - Der 13. Februar 2022 dürfte für Frank-Walter Steinmeier ein entspannter Tag werden: Wenn die 1472 Mitglieder zur Bundesversammlung im Berliner Paul-Löbe-Haus zusammen kommen, ist die Wiederwahl Steinmeiers zum Bundespräsidenten praktisch sicher: SPD, Grüne, FDP und CDU/CSU haben bereits im Vorfeld die Wiederwahl des 66-Jährigen verkündet. Sie stellen eine deutliche Mehrheit der 736 Abgeordneten des Bundestags sowie der Menschen, die die 16 Landtage entsenden. (Alle Infos rund um die Bundespräsidentenwahl 2022 bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.) Sie finden Sie zudem alle Entwicklungen vom Wahl-Tag in unserem Ticker bei Merkur.de.

Steinmeier hat sich seine Wiederwahl nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder wegen seiner integrativen und überparteilichen Amtsführung verdient. Steinmeier habe sich in den ersten fünf Jahren seiner Amtszeit um das Land verdient gemacht. „Er hat eine seriöse, eine integrative und eine überparteiliche Amtsführung gezeigt. Er findet in schweren Zeiten die richtigen Worte. Er hat den Kompass und das Verständnis für die Menschen, aber auch klare Haltungen und klare Ansichten“, sagte der bayerische Ministerpräsident Anfang Januar 2022.

Kritik an Steinmeier kommt hingegen von Gesine Schwan (SPD), in deren Augen Steinmeier mutiger auch kontroverse Themen ansprechen sollte. „Ich glaube, dass das ihm und seiner Amtszeit sehr gut tun würde und seiner Reputation“, sagte die Kandidatin von 2004 und 2009 im Deutschlandfunk. „Diese Chance, Dinge anzusprechen, die in Zukunft wichtig sein werden, die unbequem sind, die für alle Parteien unbequem sind, die auch für die Bürgerinnen und Bürger vielleicht unbequem sind, diese Chance hat eigentlich nur der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin“, sagte die Politikwissenschaftlerin.

Frank-Walter Steinmeier überreicht Entlassungsurkunde an Kanzlerin Angela Merkel

Ende Oktober 2021 entließ Steinmeier die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Amt. Er betonte damals, dass deren Regierungszeit „prägend für unser wiedervereintes Land und für das Bild unseres Landes in der Welt“ gewesen sei und auch „prägend für eine ganze Generation junger Frauen und Männer, denen sie eine neue, ganz eigene Form der Führung vorgelebt“ habe. Zugleich sei es eine Zeit gewesen, „die nicht eben arm an Krisen und Verwerfungen war“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Das sind seine Aufgaben

Steinmeier gilt im Amt des Bundespräsidenten als das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Er repräsentiert das Land nach innen und außen - etwa durch sein öffentliches Auftreten bei Veranstaltungen, Reden, oder durch Besuche in Ländern und Gemeinden. Zu den wichtigsten weiteren Aufgaben zählen:

Frank-Walter Steinmeier privat: Nierenspende an seine Ehefrau Elke Büdenbender

Seit dem 27. Dezember 1995 ist Frank-Walter Steinmeier verheiratet. Seine Frau Elke Büdenbender lernte er im Studium kennen, 1996 bekamen sie eine gemeinsame Tochter. Büdenbender ist Richterin am Berliner Verwaltungsgericht mit dem Fachgebiet Sozialrecht.

Was viele nicht wissen: Steinmeier spendete 2010 seiner schwer erkrankten Frau eine Niere. Der Gesundheitszustand seiner Frau habe sich in den Wochen zuvor akut zugespitzt, sagte er damals. Wegen der langen Wartezeiten für Spendernieren habe sich die Familie zu einer Lebendspende entschieden. Steinmeier sagte Jahre später: „Uns geht es gut und wir sind beide froh, die Entscheidung so getroffen zu haben. Es hat uns beiden gut getan.“

Frank-Walter Steinmeier: Ex-Kanzler Gerhard Schröder förderte seinen Genossen

Steinmeier startete seine politische Karriere eher unspektakulär: Kurz vor seinem einem Studium der Rechtswissenschaft und später Politikwissenschaft trat er im Jahr 1975 in die SPD ein. Parteipolitisch trat der in Detmold (Nordrhein-Westfalen) geborene Steinmeier erst 1991 wirklich in Erscheinung: Damals übernahm er das Amt des Referenten für Medienrecht und Medienpolitik in der niedersächsischen Staatskanzlei. Dort lernte er auch den späteren Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Gerhard Schröder kennen. Dieser machte Steinmeier zunächst zu seinem Büroleiter, später zum Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei - von 1999 an auch zum Chef des Bundeskanzleramtes.

Außenminister, Kanzlerkandidat, Vizekanzler: Frank-Walter Steinmeier einst mächtiger SPD-Funktionär

Nach der verlorenen Bundestagswahl 2005 zog CDU-Hoffnungsträgerin Angela Merkel ins Kanzleramt - und machte Steinmeier zum Bundesaußenminister, nach dem dem Rücktritt Franz Münteferings 2007 war er zudem Vizekanzler. Ein Jahr später forcierte Steinmeier seinen parteipolitischen Aufstieg: Nach einem Intermezzo als kommissarischer SPD-Vorsitzender beschloss das SPD-Präsidium, den damals 52-Jährigen als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009 vorzuschlagen. Ein Sonderparteitag wählte ihn mit gut 95 Prozent der Stimmen.

Die anschließende Wahl konnte die SPD wie vier Jahre zuvor nicht gewinnen: Mit knapp 23 Prozent der Zweitstimmen landete man deutlich hinter der Union. Steinmeier wurde Vorsitzender der SPD-Fraktion und somit Oppositionsführer. Das Amt des Bundesaußenministers übernahm er ab 2013 erneut für vier Jahre, ehe er sich 2017 zum Bundespräsidenten wählen ließ. Hier erfahren Sie, wann am 13. Februar mit einem Ergebnis zu rechnen ist. (jkk mit dpa)

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