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Handyverbot an Schulen.

Komplettverbot internetfähiger Geräte

Frankreich führt umfassendes Handyverbot an Schulen ein

In Frankreich gilt künftig an Schulen ein umfassendes gesetzliches Handyverbot. Abgeordnete der Regierungspartei La République en Marche und Liberale stimmten am Montag in letzter Lesung in der Nationalversammlung für die Regelung, während Vertreter linker und konservativer Parteien sich enthielten.

Die Initiative war ein Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron. Die Opposition sieht darin eine Scheinlösung. In Deutschland handhaben die Schulen den Umgang mit Handys unterschiedlich.

Für das Handyverbot in Frankreich stimmten 62 Parlamentarier, es gab nur eine Gegenstimme und einige Enthaltungen. Das Verbot wird nach den Sommerferien an Vorschulen, Grundschulen und weiterführenden Schulen gelten. Es betrifft demnach Kinder und Schüler im Alter von drei bis 15 Jahren. Französische Gymnasien (Lycées) haben die Möglichkeit, ebenfalls ein Handyverbot einzuführen, sind aber nicht dazu verpflichtet.

Die neue Regelung sieht ein Komplettverbot internetfähiger Geräte wie Handys, Tablets und Smartwatches in allen Räumlichkeiten und bei schulischen Aktivitäten auch außerhalb des Schulgebäudes vor. Ausnahmen gibt es für den Gebrauch für den Unterricht sowie für Kinder mit einer Behinderung.

Seit 2010 gilt in Frankreich bereits ein Gesetz, das die Handynutzung während des Unterrichts verbietet. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer machte jedoch geltend, diese habe nicht flächendeckend gegolten und über keine solide Rechtsgrundlage verfügt. Das neue Gesetz befördere Frankreich "ins 21. Jahrhundert", erklärte er.

Knapp neun von zehn französischen Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren besitzen ein Smartphone. Verfechter des neuen Gesetzes argumentierten unter anderem, die Handynutzung störe die Aufmerksamkeit im Unterricht, das Schulklima und verringere die körperliche Betätigung auf den Schulhöfen.

Kritiker des Verbots erklärten dagegen, die bisherige Regelung sei ausreichend gewesen. Sie warnten zudem vor "logistischen Problemen und den Kosten" für die Aufbewahrung der Handys.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) lehnt für Deutschland ein Handyverbot wie in Frankreich ab. "Ein generelles, gesetzliches Verbot hilft uns nicht weiter", erklärte der Verband am Dienstag in Berlin. Die Schulen brauchten "vor allem Regelungen, mit denen Grenzen gezogen werden können, aber gleichzeitig das Erlernen von Medienkompetenz ermöglicht werden kann".

Leider hätten die meisten deutschen Schulen in dieser Hinsicht aber "steinzeitliche Ausstattungen", bemängelte der Verband. Seit der Ankündigung vor zwei Jahren, im Rahmen eines Digitalpaktes fünf Milliarden Euro bereitzustellen, sei kaum etwas passiert.

"Solange die Schulen also nicht entsprechend ausgestattet sind, um mit staatlich finanzierten Geräten Medienkompetenz zu vermitteln, sind wir gezwungen, auf die Medien zurückzugreifen, die die Kinder mitbringen", erklärte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann. Das Erlernen von Medienkompetenz sei für die "Arbeitswelt von morgen" zentral.

In Deutschland wird der Umgang mit Handys und anderen mobilen Geräten teils in den Schulgesetzen der Länder geregelt, meist aber individuell in den Hausordnungen der Schulen. In den meisten Fällen sei es "- mit Blick auf einen störungsfreien Unterricht - untersagt, das Handy während des Unterrichts zu benutzen", erklärte der Sprecher der Kultusministerkonferenz (KMK), Torsten Heil, in Berlin.

Auch die KMK erkennt ausdrücklich die Bedeutung von Smartphones und Co. an und hat dazu die Strategie "Bildung in der digitalen Welt" entwickelt. Ziel ist es demnach, dass "jede Lehrkraft, jede Schülerin und jeder Schüler sukzessive (...) ein vernetztes multifunktionales mobiles Endgerät nutzen kann".

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