Bundesregierung berät über Vorgehen

Frankreich kündigt Luftangriffe im Irak an

Paris - Frankreich beteiligt sich mit eigenen Kampfjets an den US-geführten Luftangriffen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak.

Diese Entscheidung teilte Staatspräsident François Hollande am Donnerstag in Paris mit. Hollande sagte auf einer Pressekonferenz in Paris, Frankreich werde keine Bodentruppen entsenden. Er stellte gleichzeitig klar, dass es sich um ein militärisches Engagement allein im Irak handeln werde und nicht in Syrien. Die USA hatten erstmals vor sechs Wochen Stellungen der IS im Irak aus der Luft bombardiert.

Nicht nur die Region, sondern Europa und die Welt würden durch den IS-Terrorismus bedroht, warnte Hollande. Die internationale Staatengemeinschaft sei angesichts des Terrors der Miliz passiv geblieben, beklagte der Staatschefs vor etwa 350 Journalisten im Élysée-Palast. Die Hauptbedrohung durch die Terrormiliz zeige sich im Irak und in Syrien. Die Terroristen enthaupteten Geiseln, verfolgten Minderheiten und zwängen Millionen zur Flucht.

Merkel und Minister erörterten Konflikte in Syrien und Irak

Unterdessen haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Minister ihres Kabinetts angesichts des Vordringens der Terrormiliz Ursachen der regionalen Konflikte erörtert. Bei einem Treffen im Kanzleramt sei darüber mit dem Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, diskutiert worden, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Donnerstag in Berlin. Dabei sei mit Blick auf mögliche Lösungen versucht worden, die Lage im Irak und in Syrien tiefgehender zu ergründen. Steinmeier betonte, dass es über die aktuell nötige militärische Bekämpfung des IS im Irak hinaus um eine Beruhigung der Gesamtsituation in der Region gehe.

Auf eine entsprechende Frage sagte der Minister, es sei nicht über Möglichkeiten einer Luftbetankung von Flugzeugen diskutiert worden.

dpa

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