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Frankreichs Präsident Francois Holland zu Besuch bei seinem rumänischem Amtskollegen Klaus Iohannis.

Deutsche Elitetruppe KSK feiert Jubiläum

Frankreich und Rumänien für „Europäische Armee“

Bukarest/Ludwigsburg - Frankreich und Rumänien haben sich für eine eigene Verteidigung der Europäischen Union ausgesprochen. Ob dass jedoch von allen EU-Mitgliedern gewünscht ist, bleibt fraglich. 

„Wir müssen in der Nato bleiben und an deren Aktionen teilnehmen, aber innerhalb dieser Allianz muss auch Europa sich organisieren, es kann sich nicht auf die Kapazitäten einer Kraft von außerhalb (Europas) verlassen“, sagte Frankreichs Staatschef Francois Hollande am Dienstag bei einem Staatsbesuch in Rumänien, wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete.

„Wir wünschen eine Initiative, die die Nato-Formel ergänzt“, sagte Rumäniens Präsident Klaus Iohannis mit Blick auf einen entsprechenden deutsch-französischen Plan, der auch von der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini erwogen wird. Dabei geht es darum, die militärischen Kapazitäten einzelner EU-Staaten besser zu koordinieren.

Deutsche Elitetruppe KSK feiert streng abgeschottet 20-jähriges Bestehen

Abgeschottet von der Öffentlichkeit hat die Bundeswehr-Elitetruppe KSK am Mittwoch währenddessen ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. An dem Appell im Residenzschloss Ludwigsburg bei Stuttgart nahmen 700 der etwa 1000 Soldaten des Kommandos Spezialkräfte teil. Der Kommandeur, Brigadegeneral Dag Baehr, nannte die zwei Jahrzehnte KSK eine „Erfolgsgeschichte“ und würdigte seine Soldaten als „militärische Zehnkämpfer“.

Das KSK war am 20. September 1996 vor allem zur Befreiung und Evakuierung deutscher Staatsbürger in Krisengebieten gegründet worden. Ausgangspunkt waren schlechte Erfahrungen während des Völkermords in Ruanda, als in der Hauptstadt Kigali eingeschlossene Deutsche nicht ohne belgische Hilfe befreit und außer Landes gebracht werden konnten.

Die im baden-württembergischen Calw stationierte Truppe ist aber auch für die Gefangennahme von Terroristen oder Kriegsverbrechern, Spezialaufklärung, den Schutz eigener Kräfte und Kampfeinsätze ausgebildet. Das KSK war in Bosnien, im Kosovo und in Afghanistan im Einsatz. Seine Operationen werden aber stets geheim gehalten. Nur einzelne Mitglieder des Bundestags-Verteidigungsausschusses werden regelmäßig über bereits erfolgte Einsätze unterrichtet, dürfen die Informationen aber nur an ihre Fraktionsvorsitzenden weitergeben.

dpa

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