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Frankreich-Wahl 2022: Bleibt Macron Präsident? Alle Infos zu Termin und Kandidaten

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Von: Marcus Giebel

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Emmanuel Macron will bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich im Amt bestätigt werden.
Emmanuel Macron will bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich im Amt bestätigt werden. © IMAGO/Lionel Guericolas/MPP/Starface

Frankreich wählt im April 2022 einen neuen Präsidenten. Mehrere Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen und wollen Emmanuel Macron nachfolgen. Hier gibt es alle Infos.

München - Am 10. April 2022 steht die Präsidentschaftswahl in Frankreich an. Bleibt die Grande Nation auf ihrem europafreundlichen Kurs unter dem aktuellen Staatschef Emmanuel Macron oder entfremdet sich Deutschlands wichtigster Partner auf dem Kontinent von der EU?

Anders als in der Bundesrepublik wird das Staatsoberhaupt in Frankreich seit 1962 direkt vom Volk gewählt. So auch am 10. April 2022, wenn alle Franzosen ab 18 Jahren, die in Wahllisten eingetragen sind, dazu aufgerufen werden, ihr Kreuz zu machen.

Frankreich-Wahl 2022: Stichwahl muss wohl erneut die Entscheidung bringen

Im ersten Wahldurchgang kann nur direkt triumphieren, wer die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereint. Das schaffte bislang aber noch nie ein Kandidat. Auch diesmal wird es mutmaßlich auf eine Stichwahl hinauslaufen, die für den 24. April 2022 angesetzt wäre. Dabei treten die beiden Kandidaten gegeneinander an, die im ersten Durchgang am besten abgeschnitten haben. Wer diesmal mehr Stimmen hat, ist neuer Präsident.

2017 behauptete sich Macron im direkten Duell mit der Rechtspopulistin Marine Le Pen, die auch diesmal seine größte Widersacherin werden dürfte. Damals entfielen in der Stichwahl 66,1 Prozent der Stimmen auf Macron, der seit dem 14. Mai 2017 amtiert.

Frankreich-Wahl 2022: Nur noch eine Wiederwahl des Präsidenten möglich

Der Präsident in Frankreich wird für fünf Jahre gewählt. Seit 2008 ist nur noch eine Wiederwahl möglich. Nach einer Unterbrechung könnte ein ehemaliger Präsident aber wieder antreten.

Für das Amt kommen alle französischen Staatsbürger infrage, „die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die bürgerlichen und politischen Rechte besitzen“. Als Kandidat anerkannt wird, wer „die Unterschrift von 500 Mandatsträgern aus mindestens 30 verschiedenen Departements oder Überseegebietskörperschaften“ vorweist. Dabei gilt: Höchstens zehn Prozent dieser Mandatsträger dürfen aus dem gleichen Departement oder der gleichen Überseegebietskörperschaft stammen.

Frankreich-Wahl: Übersicht der Präsidenten der Fünften Republik

NameParteiAmtszeit
Charles de GaulleUNR, UDR (Gaullist)8. Januar 1959 bis 28. April 1969
Georges PompidouUDR (Gaullist)20. Juni 1969 bis 2. April 1974
Valéry Giscard d'EstaingFNRI (liberal-republikanisch), PR (liberal-demokratisch), UDF (liberal-konservativ)27. Mai 1974 bis 21. Mai 1981
François MitterrandPS (Sozialist)21. Mai 1981 bis 17. Mai 1995
Jacques ChiracRPR, UMP (Gaullist)17. Mai 1995 bis 16. Mai 2007
Nicolas SarkozyUMP (Gaullist)16. Mai 2007 bis 15. Mai 2012
François HollandePS (Sozialist)15. Mai 2012 bis 14. Mai 2017
Emmanuel MacronLaREM (Zentrist)seit 14. Mai 2017

Frankreich-Wahl 2022: Rechtsextremer Publizist hat offenbar gute Chancen

Eine zweistellige Zahl von Kandidaten bemüht sich bei dieser Wahl um das höchste Amt im Staat. Gute Chancen werden bisherigen Umfragen zufolge neben Macron und Le Pen auch dem parteilosen Eric Zemmour eingeräumt. Der Publizist gilt als Rechtsextremist und wird schon als Frankreichs Trump betitelt.

Für die Sozialisten tritt die Pariser Bügermeisterin Anne Hidalgo an. Sie stellt den Kampf gegen den Klimawandel, den Umweltschutz und die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes. Yannick Jadot geht für Frankreichs Grüne - die Europe Écologie les Verts - ins Rennen. Der einstige Greeanpeace-Kampagnenleiter sitzt seit 2009 im Europaparlament. Neben besagten Themen scheint sich der Wahlkampf vor allem um das Thema ‚Migration‘ zu drehen.

Marine Le Pen schaut nach rechts in die Kamera und gestikuliert mit der rechten Hand
Erreichte 2017 die Stichwahl: Marine Le Pen rechnet sich auch diesmal gute Chancen auf den Sieg aus. © SEBASTIEN BOZON/afp

Frankreich-Wahl 2022: Linken-Politiker will Volk an neuer Verfassung teilhaben lassen

Der Konservative Xavier Bertrand spürt derweil Rückenwind durch seine Wiederwahl als Präsident der Region Hauts-de-France ganz im Norden des Landes im Sommer. Seiner Hoffnung auf einen Dreikampf mit Macron und Le Pen hat er bereits Ausdruck verliehen. Einen letzten Anlauf unternimmt Jean-Luc Mélenchon vom Linksbündnis La France insoumise. Der 70-Jährige ist für seine radikalen Ansichten bekannt, plant etwa die Einführung einer sechsten Republik, über deren Verfassung das Volk mitbestimmen soll.

2017 waren elf Kandidaten zugelassen worden. Diesmal könnte die Zahl sogar noch höher liegen. Was eine Entscheidung gleich am 10. April 2022 schwieriger macht.

Die Frankreich-Wahl 2022 bei Merkur.de

Die neuesten Entwicklungen der Präsidentschaftswahl in Frankreich bekommen Sie am 10. April im News-Ticker bei Merkur.de. Gibt es am Wahlabend kein eindeutiges Ergebnis, dann folgt die Entscheidung bei der Stichwahl am 24. April. Knapp zwei Monate später folgt die nächste wichtige Abstimmung: Bei der Parlamentswahl in Frankreich entscheidet sich, ob Macron auch eine Mehrheit im Parlament hat. (mg)

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