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Frankreich-Wahl: Die internationalen Reaktionen - Selenskyj blickt auf „neue gemeinsame Siege“

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Von: Kathrin Reikowski

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Wolodymyr Selenskyj (r), Präsident der Ukraine, und Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, stehen während ihres Treffens zusammen.
Dialog im Ukraine-Konflikt: Wolodymyr Selenskyj (r), Präsident der Ukraine, und Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich (Archivbild) © Daniyar/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Frankreich-Wahl: Reaktionen auf den Sieg von Emmanuel Macron - die internationalen Stimmen. Scholz, Biden, von der Leyen und andere gratulieren.

Update vom 25. April, 8.15 Uhr: Armin Laschet hat sich nach der Wiederwahl des französischen Präsidenten Emmanuel Macron erleichtert gezeigt. Angesprochen unter anderem auf die vielen Stimmen für die Rechte Marine Le Pen sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-„Morgenmagazin“, überwiegend sei die Erleichterung gewesen, „denn diese Wahl war wichtiger für Europa, für die Außenpolitik als die deutsche Bundestagswahl“. Bei letzterer habe es viel Übereinstimmung der Kandidaten in der Europapolitik gegeben. „In Frankreich stand alles auf der Kippe. Wenn Le Pen gewonnen hätte, wäre das ein anderes Europa gewesen.“

Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), begrüßte die Wiederwahl als Stabilisierung Europas. „Ganz Europa und insbesondere Deutschland können aufatmen“, sagte Roth den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Mit der Wiederwahl Macrons „bleibt der EU eine Zerreißprobe und den deutsch-französischen Beziehungen eine existenzielle Krise erspart.“

Reaktionen auf die Frankreich-Wahl: Selenskyj und Biden gratulieren

Update vom 25. April, 6.47 Uhr: Auch Selenskyj und Biden haben Macron auf Twitter gratuliert. Der ukrainische Präsident bezeichnete ihn dabei als „wahren Freund“. Er schätze die Unterstützung Frankreichs, so der ukrainische Präsident. „Und ich bin überzeugt: Wir schreiten zusammen zu neuen gemeinsamen Siegen. In ein starkes und geeintes Europa.“

Der US-Präsident wiederum fügte seinen Glückwünschen an den wiedergewählten Präsidenten Frankreichs an: „Ich freue mich darauf, unsere enge Zusammenarbeit fortzusetzen - insbesondere bei der Unterstützung der Ukraine, der Verteidigung der Demokratie und der Bekämpfung des Klimawandels.“

Biden bezeichnete Frankreich als „Schlüsselpartner“. Meinungsverschiedenheiten gab es zuletzt dennoch. So distanzierte sich Macron jüngst von Bidens scharfer Verurteilung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine als „Genozid“ und warnte vor einer rhetorische Eskalation des Konflikts mit Moskau.

Ukraine-Botschafter in Paris: Macron-Sieg wird Unterstützung stärken

Update vom 24. April, 23.15 Uhr: Der ukrainische Botschafter in Paris hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu seiner Wiederwahl gratuliert. Wadym Omeltschenko schrieb am Sonntagabend auf Twitter, er sei „überzeugt, dass dieser Sieg der Unterstützung der Ukraine, welche auf seine Freunde und Partner setzt, weiter Kraft verleihen wird“. Er nannte den Sieg Macrons zudem einen „Sieg des französischen Volks, das die gleiche Sprache des Widerstands und der Freiheit spricht“.

Der liberale Macron bemüht sich angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu vermitteln. Immer wieder telefonierte er mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin. Seine rechtsnationale Konkurrentin in der Stichwahl, Marine Le Pen, gilt als putinnah.

Frankreich-Wahl: Die internationalen Reaktionen - Scholz atmet auf, AfD gratuliert Le Pen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (l) empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Schloss in Versailles zu Beginn des Treffens der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union EU bei einer informellen zweitägigen Tagung.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (l) empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Schloss in Versailles zu Beginn des Treffens der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union EU bei einer informellen zweitägigen Tagung. © Kay Nietfeld/dpa

Update vom 24. April, 21.48 Uhr: Nach der Frankreich-Wahl wendet sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die Emmanuel Macron: „Ich freue mich darüber, dass die französischen Wählerinnen und Wähler Ihren proeuropäischen Kurs mehrheitlich unterstützen“, schrieb Steinmeier nach Angaben des Bundespräsidialamts vom Sonntagabend. „Ihre Wiederwahl ist auch für uns Deutsche eine gute Nachricht.“

Der brutale russische Angriff auf die Ukraine führe schmerzhaft vor Augen, dass der Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit sei, schrieb Steinmeier. „Es gibt mir Hoffnung, dass Frankreich und Deutschland in diesen dunklen Tagen so eng beisammenstehen und die Menschen in der Ukraine in ihrem tapferen Kampf unterstützen“.

Deutschland wolle und brauche ein starkes Frankreich, unterstrich Steinmeier: „Wenn wir heute mitten im Krieg von einer Zeitenwende für Deutschland, Frankreich und Europa sprechen, dann wissen wir noch nicht genau, wie eine neue Friedensordnung in Europa aussehen kann. Doch wir sind gemeinsam der Überzeugung, dass diese nur gelingen wird, wenn Deutschland und Frankreich in einem geeinten Europa daran weiter eng zusammenarbeiten.“

Frankreich-Wahl Reaktionen: Boris Johnson betont enge Zusammenarbeit mit Frankreich

Update vom 24. April, 21.29 Uhr: Boris Johnson, Premier in Großbritannien, betont am Abend der Frankreich-Wahl die enge Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Großbritannien - trotz Brexit: „Frankreich ist einer unserer engsten und wichtigsten Verbündeten. Ich freue mich darauf, weiterhin gemeinsam an den Themen zu arbeiten, die unseren beiden Ländern und der Welt am wichtigsten sind.“

Frankreich-Wahl Reaktionen: AfD gratuliert unterlegener Marine Le Pen - „Macron hat Scheinsieg errungen“

Update vom 24. April, 21.18 Uhr: Nach der Frankreich-Wahl und dem Sieg Emmanuel Macrons gratuliert die AfD der unterlegenen rechtsnationalen Kandidatin Marine Le Pen. Parteichef Tino Chrupalla sagte am Sonntagabend: „Ich gratuliere unserer Partnerin Marine Le Pen zu ihrem starken Ergebnis.“ Macron habe nur einen „Scheinsieg errungen“. Ungarns Regierungschef „Victor Orban und Marine Le Pen stoßen in ihren Ländern auf enorme Zustimmung“. „Gemeinsam werden wir den Kontinent Europa verändern“, fügte er hinzu.
„Wenn Ihnen die Identität Frankreichs und der soziale Frieden in ihrer Heimat am Herzen liegen, müssen Sie Marine Le Pen wählen“, hatte Chrupalla wenige Tage vor der Wahl an die Franzosen und Französinnen gerichtet gesagt.

Frankreich-Wahl Reaktionen: Olaf Scholz gratuliert Macron - und duzt ihn

Update vom 24. April, 21.02 Uhr: Olaf Scholz gratuliert Macron nach dem Sieg bei der Frankreich-Wahl: Félicitations, herzliche Glückwünsche, lieber Präsident Emmanuel Macron“, schreibt Scholz auf Twitter. Und redet den wiedergewählten Präsidenten dann per Du an: „Deine Wählerinnen und Wähler haben heute auch ein starkes Bekenntnis zu Europa gesendet. Ich freue mich, dass wir unsere gute Zusammenarbeit fortsetzen!“ Auch im Französischen gibt es, anders als im Englischen, eine Unterscheidung zwischen dem förmlichen „Sie“ (vous) und dem persönlichen „du“ (sie). Macrons Herausforderin Marine Le Pen hatte schon vorab betont, dass sie sich im Falle eines Wahlsiegs von Deutschland „scheiden“ wolle und auch in der EU mehr auf nationale Interessen setzen wolle.

Update vom 24. April, 20.58 Uhr: Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) nennt die Wiederwahl Macrons bei der Frankreich-Wahl eine „gute Nachricht für Europa und für die Fortsetzung der Deutsch-Französischen Freundschaft“. SPD-Chefin Saskia Esken schrieb knapp: „Ich tanze! Große Erleichterung“.

Frankreich-Wahl Reaktionen: Linker Kontrahent bescheinigt Macron „schlechtestes Ergebnis der fünften Republik“

Update vom 24. April, 20.46 Uhr: Amtsinhaber Emmanuel „Macron ist der Präsident mit dem schlechtesten Ergebnis der fünften Republik“, sagte der französische Linkspopulist und ehemalige Gegenkandidat Jean-Luc Mélenchon. „Er surft auf einem Meer von Nichtwählern und Enthaltungen“, betonte er.

Mélenchon hat die Wahlniederlage der Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Frankreich-Wahl aber als eine „gute Nachricht für die Einheit unseres Landes“ bezeichnet. Mélenchon war in der ersten Runde mit 22 Prozent auf den dritten Platz gekommen und galt in der Stichwahl als Königsmacher. Er hatte dazu aufgerufen, keine Stimme für Le Pen abzugeben, aber auch nicht explizit zur Wahl von Macron aufgerufen. Der 70-Jährige hat eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2027 ausgeschlossen.

Internationale Reaktionen nach der Frankreich-Wahl: EU-Spitzenpolitikerinnen zur Wiederwahl von Macron

Update vom 24. April, 20.40 Uhr: EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu seiner „sehr erfolgreichen Wiederwahl“ gratuliert. „Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Frankreich im Rahmen der derzeitigen französischen EU-Ratspräsidentschaft und um die Herausforderungen in einer zunehmend unsicheren und beunruhigenden anzugehen“, schreibt sie. Und bekräftigt dann: „Eine starke EU brauche ein starkes Frankreich.“

„In diesen stürmischen Zeiten brauchen wir ein starkes Europa und ein Frankreich, das sich voll und ganz für eine souveränere und strategischere Europäische Union einsetzt.“ schreibt EU-Ratspräsident Charles Michel am Sonntag zur Wiederwahl von Macron.

Update vom 24. April, 20.35 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner schreibt auf Twitter nach der Frankreich-Wahl: „Diese Wahl war eine Richtungswahl. Es ging um grundsätzliche Wertefragen. Entschieden haben sich die Französinnen und Franzosen für Macron.“ Und er fährt fort: „Damit ist das vereinte Europa die größte Gewinnerin dieser Wahl. Vive la France, vive l‘Europe.“

Frankreich-Wahl internationale Reaktionen: „Europa hat gewonnen“ - Merz und von der Leyen gratulieren

Update vom 24. April, 20.33 Uhr: „Gratulation an Emmanuel Macron“, schreibt der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz. „Auch Europa hat heute gewonnen. Jetzt ist ein neuer Anlauf für deutsch-französische Zusammenarbeit möglich und nötig!“

Auf Französisch gratuliert die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Übersetzt schreibt sie: „Lieber Emmanuel Macron, meine herzlichsten Glückwünsche zu Ihrer Widerwahl zum Präsidenten der Republik. Ich freue mich darauf, unsere exzellente Zusammenarbeit fortzusetzen. Gemeinsam werden wir Frankreich und Europa weiter nach vorne bringen.“

Frankreich-Wahl internationale Reaktionen: Cem Özdemir und Ricarda Lang gratulieren - und mahnen

Der SPD-Vorstand und Cem Özdemier gratulieren dem französischen Präsidenten auf französisch: „Félicitations!“ „Sicher fällt gerade nicht nur mir ein Stein vom Herzen“, schreibt Cem Özdemir weiter. „Jetzt müssen wir in alles daran setzen, dass Feinde der Demokratie/ Freunde Putins polit. Macht nie wieder so nahe kommen.“

Ganz ähnliche Worte wählt Parteikollegin Ricarda Lang nach ihrer Gratulation: „Nun gilt es weiter gemeinsam an einem starken und souveränen Europa zu arbeiten. Und dafür zu kämpfen, dass Putin-Freunde und Rechtsextreme wie Le Pen der Regierungsmacht nicht so nahe kommen, wie heute in Frankreich. „

Frankreich-Wahl: Erste Reaktionen aus Deutschland - Armin Laschet (CDU) mit mahnenden Worten an Macron

Update vom 24. April, 20.12 Uhr: Armin Laschet (CDU), ehemaliger Kanzlerkandidat in Deutschland, ordnet die Wahl in Frankreich als „wichtiger für Europa als die deutsche Bundestagswahl“ ein. Diese Richtungswahl habe Emmanuel Macron zwar auf den ersten Blick klar für sich entschieden, doch mit vielleicht bis zu 42 Prozent hätte sich ein großer Teil der Franzosen für Marine Le Pen entschieden. Und das müsse zu denken geben. „Emmanuel Macron wird sich gegen die Spaltung des Landes einsetzen müssen.“

Frankreich-Wahl: Emmanuel Macron siegt - die Wahl gilt als international richtungsweisend

Update vom 24. April, 20.04 Uhr: Laut Hochrechnungen nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend setzt sich Emmanuel Macron (La République en Marche) deutlich gegen die rechtsnationale EU-Kritikerin Marine Le Pen durch. Laut den Sendern France 2 und TF1 kam Macron auf etwa 58 bis 58,2 Prozent der Stimmen, Le Pen auf 41,8 bis 42 Prozent.

Emmanuel Macron
Emmanuel Macron hat die Wahl in Frankreich gewonnen. © Ludovic Marin/AFP/dpa

Frankreich-Wahl international: Die Richtungswahl in Frankreich und ihre Bedeutung für Europa

Erstmeldung vom 24. April 2022, 18.59 Uhr: Paris (Frankreich) - Der Ausgang der Frankreich-Wahl wird mit Spannung erwartet: Die Stichwahl zwischen Emmanuel Macron (République en Marche) und seiner Herausforderin Marine Le Pen (Rassemblement National) verlief auch letzten Umfragen zufolge sehr knapp. Wählt Frankreich die rechtskonservative, in der Vergangenheit teilweise offen rechtsextremistische Marine le Pen? Oder bekommt der amtierende Präsident Emmanuel Macron als erster Präsident seit Jaques Chirac die Chance auf eine zweite Amtszeit?

Vor allem im Rest Europas, in den USA, oder auch in Russland oder China wird das Ergebnis der Wahl mit Spannung erwartet. Die Wahl in Frankreich gilt als Richtungswahl, die auch den Kurs der EU in weltpolitischen Fragen entscheidend mitprägen dürfte. Dies kommt zu einem Zeitpunkt, in dem vor allem durch den eskalierten Ukraine-Konflikt alte Sicherheiten aufgehoben scheinen.

Frankreich-Wahl/Internationale Reaktionen: Olaf Scholz, Europa und Macron gegen Le Pen

Sowohl für Frankreich als auch für Europa steht viel auf dem Spiel: Macron verspricht Reformen und eine stärkere EU-Integration, Le Pen will zahlreiche Ausländer abschieben und die Verfassung ändern, um Franzosen Vorrang bei Jobs und Sozialwohnungen einzuräumen - zudem plädiert sie für ein Europa der Nationalstaaten. Sollte sie siegen, könnte das in der EU ein ähnliches Erdbeben auslösen wie der Brexit.

Wie reagiert der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf das Ergebnis der Frankreich-Wahl? Einer ähnlich engen Zusammenarbeit wie zwischen der vormals deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beziehungsweise Scholz und Emmanuel Macron hat Marine Le Pen bereits als Kandidatin im Wahlkampf eine Absage erteilt.

Frankreich-Wahl: Joe Biden, Wladimir Putin, Xi Jinping - Wie reagieren die Staatschefs auf die Wahl?

Mit welch einem Europa ist nach der Wahl zu rechnen? Womit bekommen es internationale Staatschefs zu tun? Wird sich Emmanuel Macron weiter als Präsident entschieden gegen Wladimir Putins Invasion in der Ukraine stellen? Wird Marine Le Pen ein „Europa der Nationalstaaten“ prägen wollen, das eher den Vorstellungen eines Viktor Orbán entsprechen dürfte?

Nicht nur Joe Biden, auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der chinesische Staatsched Xi Jinping sowie Russlands Premier Wladimir Putin und Russland dürften genau hinsehen: Macron oder Le Pen - der Ausgang der Frankreich-Wahl wird zumindest die Rolle Europas in der Welt bestimmen. (dpa/kat)

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