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Nach Macrons Stichwahl-Sieg: Krawalle in Frankreich – Nationalpolizei muss eingreifen

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Von: Fabian Hartmann

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Frankreich hat entschieden: Emmanuel Macron bleibt Präsident. Doch die Stimmung im Land ist weiter angespannt. In mehreren Städten kam es am Sonntagabend zu Ausschreitungen.

91497346München – Protest und Krawall in mehreren französischen Städten: Nach der Präsidentschaftswahl am Sonntag kam es in Lyon zu Zusammenstößen zwischen linken Gruppen, Gelbwesten-Demonstranten und der Polizei. Das berichtet der Sender BFMTV. Dabei sollen Protestierende die Beamten mit Feuerwerkskörpern angegriffen haben. Erst ein Einschreiten der Nationalpolizei beendete die Krawalle am Abend nach der für Macron siegreichen Frankreich-Stichwahl.

Auch in der Hauptstadt Paris haben sich am Sonntag Menschen versammelt, um gegen den Wahlausgang zu protestieren. Sie hielten weder den liberalen Wahlsieger Emmanuel Macron noch seine unterlegene rechte Konkurrentin Marine Le Pen für die geeigneten Kandidaten, wie die Tageszeitung Le Parisien berichtet. Zu größeren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei sei es in der Hauptstadt aber nicht gekommen. Auf dem Place de la République setzten die Beamten Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben. Auch aus dem Bezirk Chatelet wurden Proteste gemeldet.

Frankreich-Wahl: Tödlicher Polizeieinsatz in Paris

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, starben in Paris auch zwei Menschen bei einem noch nicht vollends aufgeklärten Vorfall. Im Zentrum der Stadt hatten Polizisten demnach auf ein Auto geschossen. Dabei wurden zwei Insassen getötet, ein dritter verletzt. Die Beamten wollten das Fahrzeug stoppen, da es auf der Brücke Pont Neuf in falscher Richtung unterwegs war. Der Fahrer soll auf die Polizisten zugehalten haben, worauf die Beamten das Feuer eröffneten. Ein Zusammenhang mit der Wahl am Sonntag war allerdings zunächst nicht zu erkennen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron grüßt Gratulanten nach seiner Stimmabgabe
Bleibt im Amt: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach der Stimmabgabe am Sonntag © Thibault Camus/dpa

Im westfranzösischen Rennes, wo es bereits nach der ersten Wahlrunde zu Krawallen von linken Gruppen sowie Protesten gegen extrem Rechts gekommen war, verbot die Präfektur eine Demonstration am Sonntagabend. Neuerliche Sachbeschädigungen und Angriffe auf die Polizei sollten damit verhindert werden. Dennoch kam es zu Zusammenstößen zwischen 250 Demonstranten und der Polizei.

Wahl in Frankreich: Bundeskanzler Scholz rief zur Wahl Macrons auf

Die Präsidentschaftswahl in Frankreich endete mit einem Sieg von Emmanuel Macron. In der Stichwahl setzte sich der Amtsinhalber mit knapp 59 Prozent der Stimmen gegen Marine Le Pen durch, die 41,45 Prozent kam – und damit das historisch beste Ergebnis ihrer Partei einfuhr. Auch international war der Wahlausgang mit Spannung erwartet worden. Kurz vor der Wahl haben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die sozialistischen Regierungschefs aus Spanien und Portugal, Pedro Sánchez und António Costa, die Franzosen aufgerufen, für Emmanuel Macron zu stimmen.

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