+
Frankreichs Premierminister Jean-Marc Ayrault zieht eine Anhebung des Rentenalters nicht in Betracht.

Das kommt "nicht in Betracht"

Franzosen wollen Rente mit 62 nicht aufgeben

Paris - Die EU fordert vom hochverschuldeten Frankreich eine Rentenreform. Die soll auch kommen, aber ein Anheben des Renteneintrittsalter kommt für die Franzosen "nicht in Betracht".

Die französische Regierung will im Zuge der anstehenden Rentenreform das Eintrittsalter von derzeit 62 Jahren nicht anheben. Ein solcher Schritt komme "nicht in Betracht", sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault am Sonntag im Fernsehsender France 2. Zuvor hatte er mit Gewerkschaften und Arbeitgebern nochmals über die geplante Rentenreform beraten, die unter anderem von der EU-Kommission angemahnt wird und Mitte September im Kabinett beraten werden soll. Weitere Details nannte Ayrault nicht.

Der Regierungschef bekräftigte zudem das Ziel, im Staatshaushalt 2014 Einsparungen von zehn Milliarden Euro zu realisieren. Dies sei in Frankreich "noch nie dagewesen". Zugleich stellte Ayrault in Aussicht, den Sparkurs auf mittlere Sicht zu lockern. Den Haushalt für das kommende Jahr will die französische Regierung Ende September vorstellen.

Defizit liegt deutlich über der EU-Obergrenze

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Frankreich zuletzt für das laufende Jahr ein Haushaltsdefizit von 3,9 Prozent gegenüber 4,8 Prozent im vergangenen Jahr vorausgesagt. Die französische Regierung, die 3,7 Prozent angekündigt hatte, hält einen höheren Wert inzwischen ebenfalls nicht mehr für ausgeschlossen.

Ein solches Defizit liegt deutlich über der EU-Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU-Kommission räumte Frankreich bereits Zeit bis zum Jahr 2015 ein, um das Ziel wieder zu erreichen. Der IWF erwartet für 2013 insgesamt ein leichtes Schrumpfen der französischen Wirtschaft um 0,2 Prozent und dann 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Heftige Vorwürfe gegen Kanzlerin: Merkel trifft die Hinterbliebenen der Terror-Opfer
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Montag mit Angehörigen von Opfern des Berliner Terroranschlags vor einem Jahr getroffen..
Heftige Vorwürfe gegen Kanzlerin: Merkel trifft die Hinterbliebenen der Terror-Opfer
USA legen Veto gegen Jerusalem-Resolution im Sicherheitsrat ein
Die USA haben durch ihr Veto im UN-Sicherheitsrat eine kritische Resolution zu ihrer Kehrtwende in der Jerusalem-Politik gestoppt.
USA legen Veto gegen Jerusalem-Resolution im Sicherheitsrat ein
Von der Leyen: „Afghanistan wird uns noch lange begleiten“
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den deutschen Soldaten in Afghanistan Mut zugesprochen und einen langen Atem für ihren Einsatz gefordert.
Von der Leyen: „Afghanistan wird uns noch lange begleiten“
Fall Anis Amri: Verfassungsschutz wehrt sich gegen Versagens-Vorwürfe
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz zurückgewiesen.
Fall Anis Amri: Verfassungsschutz wehrt sich gegen Versagens-Vorwürfe

Kommentare