Signalstörung am Ostbahnhof: Erhebliche Beeinträchtigungen auf der Stammstrecke

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Franz Bergmüller betreibt einen Landgasthofin Feldkirchen-Westerham.

Franz Bergmüller im Interview

Rauchverbots-Gegner will Bayerns AfD-Spitzenkandidat werden

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Als polarisierender Gegner des Rauchverbots erlangte Franz Bergmüller (52) in Bayern einen hohen Bekanntheitsgrad. Inzwischen führt er den AfD-Kreisverband Rosenheim und hat hohe Ziele. 

München/Rosenheim– Als polarisierender Gegner des Rauchverbots erlangte Franz Bergmüller (52) in Bayern einen hohen Bekanntheitsgrad. Wegen des Streits brach er mit der CSU, gründete den „Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur“ und führt inzwischen den AfD-Kreisverband Rosenheim. Nun greift er in den Landtagswahlkampf ein.

Münchner Merkur: Herr Bergmüller, Sie wollen die AfD in die Landtagswahl führen. Warum?

Franz Bergmüller: Bislang war ich sehr im Hintergrund engagiert, jetzt möchte ich mich in den Dienst der AfD stellen: als Bezirkschef, Listenführer für Oberbayern und gerne auch als Spitzenkandidat. Aber entscheiden werden die Mitglieder. Als Vertreter des bürgerlichen Lagers will ich einige Ansichten über die AfD zurechtrücken. Dazu wird ja viel Unsinn verbreitet! Wir machen gute Politik, es geht uns um die Inhalte.

MM: Die Basis ist da: In Ihrem Wahlkreis Rosenheim holte die AfD bei der Bundestagswahl 13,9 Prozent.

Bergmüller: Wir sind ohne Frage eine Hochburg – in absoluten Zahlen haben wir bayernweit sogar die meisten Stimmen für die AfD geholt. Unsere bürgerlichen Ansätze haben Erfolg. Das wichtigste Ziel jetzt: Wir müssen die Partei breit aufstellen. Als Kommunalpolitiker habe ich die Erfahrung – und ich war ja 21 Jahre lang CSU-Ortsvorsitzender bis zu dem Parteiausschlussverfahren und meinem Austritt. Ich habe Ecken und Kanten, aber stehe mit beiden Beinen im Leben.

MM: Mit Katrin Ebner-Steiner aus Niederbayern könnten Sie eine populäre Konkurrentin bekommen.

Bergmüller: So streng sehe ich das nicht – wir treten ja in unterschiedlichen Bezirken an, da gibt’s keine Kollision. Wir planen, aus den sieben Listenführern ein Leitteam zu bilden – und ich stehe zur Verfügung, dieses Team anzuführen. Denkbar ist auch eine Doppelspitze wie bei der AfD im Bund.

MM: Ist die AfD wirklich so bürgerlich, wie Sie sagen?

Bergmüller: Wir werden immer wieder denunziert – dagegen müssen wir angehen. Wer meine Vita kennt, weiß, dass in meiner Familie über den Widerstand gegen das Naziregime nicht nur geredet wurde. Er wurde gelebt. Die Gestapo hat meinen Großvater im KZ Dachau unter Druck gesetzt, und meine Mutter hat ihren Bruder, einen Deserteur, versteckt. Ich nehme es persönlich, wenn einer zu mir „Nazi“ sagt.

MM: Aber einige Mitglieder fielen doch wegen Rechtsextremismus-Verdacht auf?

Bergmüller: Sachlich betrachtet wird da einiges verdreht. Isolierte Sätze zeigen nie die ganze Wahrheit. Ausrutscher muss man verzeihen: Man würde zu jedem irgendeinen Schmarrn finden – nicht nur bei uns, sondern in jeder Partei.

MM: Auch innerhalb der AfD werden Äußerungen des Thüringer AfD-Fraktionschefs Björn Höcke als rechte Entgleisungen verurteilt.

Bergmüller: Auf ihn haben sich ja viele Politiker und Medien eingeschossen. Meinungsfreiheit scheint man ihm absprechen zu wollen. Das, was er gesagt hat, ist nicht parteischädigend. Die Hürden für Ausschlussverfahren sind hoch und in den meisten Fällen nicht haltbar, da kenne ich mich aus.

MM: Martin Sichert, der neue bayerische AfD-Chef, steht Höcke nahe. . .

Bergmüller: Und weiter? Die SPD und CDU stehen Mitgliedern der SED-Nachfolgepartei „Die Linke“ sehr nahe. Komisch, dass da niemand etwas kritikwürdig findet. Sichert ist offen für jegliche Diskussion. Auch mit einem Franz Bergmüller, also mir, der hundertprozentig im bürgerlich-liberalen Lager steht und keinem Flügel angehört.

MM: Also sehen Sie keinen Rechtsruck in der Partei?

Im Gegenteil: Die Pragmatischen setzen sich immer mehr durch. Wir sind in die Mitte gerückt und wollen mehrheitsfähig werden. Wir vernetzen uns und respektieren auch andere Positionen. Begründete Kritik sollte man nicht mit „Rechtsruck“ verwechseln.

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