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Würde bald seinen 100. Geburtstag feiern: Franz Josef Strauß. 

Seehofers Einladung ausgeschlagen

Opposition boykottiert Gedenkfeier von Franz Josef Strauß

München - Sie haben die Einladung von Ministerpräsident Horst Seehofer(CSU) ausgeschlagen: Die bayerische Opposition verweigert geschlossen das offizielle Gedenken an Franz Josef Strauß.

Die bayerische Opposition verweigert geschlossen das offizielle Gedenken an Franz Josef Strauß. Die Einladung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zu einem Staatsempfang anlässlich des 100. Geburtstag des verstorbenen früheren bayerischen Regierungschefs haben die Fraktionsspitzen von SPD, Freien Wählern und Grünen ausgeschlagen. SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher und die beiden Spitzen-Grünen Margarete Bause und Ludwig Hartmann werfen der CSU vor, mit der Ehrung von Strauß Geschichtsklitterung zu betreiben. Dem Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, ist der Termin „nicht wichtig genug“. Er geht zur gleichen Zeit lieber zum Festzug der Passauer Dult.

Strauß werde von der CSU „völlig unangemessen monumentalisiert“, kritisiert Rinderspacher im Interview mit unserer Zeitung. „Die CSU betreibt geschichtsvergessene Heldenverehrung zu parteipolitischen Propagandazwecken.“ Strauß’ Bilanz sei mit fragwürdigen Rüstungsgeschäften, Vetternwirtschaft, Schmiergeldzahlungen und mit der Spiegel-Affäre verbunden, sagte Rinderspacher. Politisch sei dessen Regentschaft dagegen nur „eine Episode in der Geschichte des Freistaats“ gewesen.

Bause warf Strauß Bestechlichkeit vor. „Er war ein korrupter Politiker“, sagte sie. Seehofer solle die Gelegenheit für „eine kritische Aufarbeitung der Parteigeschichte nutzen“ und dabei einen besonderen Akzent auf Strauß legen. Aiwanger betonte, sein bereits zugesagter Termin auf der Passauer Dult sei „wichtiger und volksnäher“ als der Empfang. Franz Josef Strauß beurteile er „zwiespältig“. Als Politiker habe er den Freistaat vorangebracht. Er sei aber „wohl persönlich korrupt“ gewesen und habe der CSU Geld aus „dubiosen Kanälen“ gesichert.

Der Staatsempfang soll am kommenden Freitag im Anschluss an einen Festakt der Hanns-Seidel-Stiftung in der Münchner Residenz stattfinden. Geladen sind neben Strauß’ Familie mehrere Hundert Amts- und Würdenträger aus Politik und Gesellschaft.

Til Huber

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