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Nicolas Sarkozy steht unter Druck.

65 Prozent wollen ihn nicht mehr

Franzosen gegen Sarkozys Polit-Comeback

Paris - Der frühere französische Präsident bemüht sich trotz des Verfahrens gegen ihn um eine Rückkehr in die Politik. Doch fast zwei Drittel seiner Landsleute wollen Nicolas Sarkozy nicht mehr.

65 Prozent sprachen sich in einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts CSA für den Sender BFMTV gegen solche Pläne aus, nur 33 Prozent dafür. Unter den Anhängern von Sarkozys konservativer UMP, in der seit Monaten ein erbitterter Führungsstreit tobt, sprachen sich 72 Prozent für seine Rückkehr aus.

Gegen den Ex-Präsident laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachtes der Korruption. Sarkozy bestritt am Mittwoch die Anschuldigungen. Zugleich kündigte er an, im August oder September über eine Rückkehr in die Politik zu entscheiden.

Für die Umfrage hatte CSA nach eigenen Angaben am 1. und 2. Juli - also nach Bekanntwerden des neuen Verfahrens - repräsentativ 1012 Personen im Alter von mindestens 18 Jahren befragt.

Interview: Sozialisten kritisieren Sarkozy scharf

Führende Sozialisten in Frankreich haben die Interview-Äußerungen des wegen Bestechungsvorwürfen unter Druck stehenden Ex-Staatschefs scharf kritisiert. Sarkozy habe der Justiz des Landes mit seinen Vorwürfen der Parteilichkeit gegen eine Untersuchungsrichterin "übel mitgespielt", sagte Parlamentspräsident Claude Bartolone am Donnerstag im Sender i-Télé. "Wenn man früherer Staatschef ist, dann macht man die Republik und eine ihrer Institutionen nicht herunter."

Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadélis sagte dem Sender RTL, dass für Sarkozy die Unschuldsvermutung gelte, gebe ihm nicht das Recht, Richter, die Regierung und Staatschef François Hollande zu "beleidigen". Sarkozy habe versucht, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von den Korruptionsvorwürfen gegen ihn abzulenken.

Sarkozy hatte am Mittwochabend in einem Fernseh- und Radio-Interview die Bestechungsvorwürfe gegen ihn als "grotesk" zurückgewiesen und eine "politische Instrumentalisierung eines Teils der Justiz" angeprangert. Insbesondere zog er die Unparteilichkeit einer der gegen ihn ermittelnden Untersuchungsrichterinnen in Zweifel. Der frühere Staatschef hatte bereits früher deutlich gemacht, dass er die Regierung seines sozialistischen Nachfolgers François Hollande hinter dem Vorgehen der Justiz gegen ihn sieht.

Regierungssprecher Stéphane Le Foll sprach am Donnerstag von einer bei Sarkozy "bekannten Strategie", zum "Gegenangriff" überzugehen, wenn er in Bedrängnis sei. Le Foll betonte erneut die Unabhängigkeit der Justiz. "Es gibt eine juristische Prozedur, und die muss zu Ende gebracht werden, damit die Dinge klar sind."

AFP/dpa

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