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Angelika Niebler verlangt Platz 1 für die Frauen-Union

Bundestags-Liste

Frauen-Duell um den ersten CSU-Listenplatz

München – Zur Bundestagswahl beanspruchen sowohl die Frauen-Union als auch die Chefin der Jungen Union den ersten Netto-Listenplatz. Hinter den Kulissen wird über Kompromisse verhandelt – bisher vergeblich.

Der männerlastigen CSU steht ein Frauen-Kampf um die wenigen Listenplätze bevor. Zur Bundestagswahl beanspruchen sowohl die Frauen-Union als auch die Chefin der Jungen Union den ersten Netto-Listenplatz. Hinter den Kulissen wird über Kompromisse verhandelt – bisher vergeblich.

Der erste Platz hinter jenen Abgeordneten, die eh ein Direktmandat haben, bietet gute Chancen auf den Einzug in den Bundestag. JU-Chefin Katrin Albsteiger greift zu, ihr werden in der Partei gute Chancen ausgerechnet. „Wir verspüren keinen Gegenwind“, heißt es siegesgewiss aus ihrem Umfeld.

Die FU-Landesvorsitzende Angelika Niebler will hingegen ihre Spitzenkandidatin Barbara Lanzinger durchsetzen: „Eine gestandene Persönlichkeit, kommunalpolitisch breit verwurzelt. Für die werde ich kämpfen.“ Albsteigers Kandidatur, so Niebler, „kollidiert mit meinen FU-Interessen“.

Die beiden Frauen waren sich mit ihren CSU-Arbeitsgemeinschaften einst im Streit um die Frauenquote gegenübergestanden; Niebler setzte sich durch, deutliche Verstimmung ist geblieben. Auch ist die Vertretung von Frauen insgesamt in den CSU-Fraktionen noch immer minimal.

Bei einem Treffen in Nürnberg in zwei Wochen will die CSU-Spitze um Horst Seehofer einen Kompromiss suchen – alles besser als eine Kampfabstimmung bei der entscheidenden Sitzung am 13. April. Leicht wird das nicht, denn auch auf den weiteren Listenplätzen ist es eng. Die JU verlangt die Plätze 1 und 3, letzteren wohl für Oberbayern-Vorsitzenden Tobias Zech. Die FU nominiert am Samstag eine ganze Reihe von Kandidatinnen für vordere Plätze. Der Arbeitnehmerflügel CSA will mindestens Platz 3, im Gespräch ist dafür Seehofers Büroleiter Reiner Meier. Und die Senioren-Union, die am schnellsten wachsende Gruppe, unterstützt Albsteiger für Platz 1 sowie bald dahinter den Ex-Abgeordneten Matthäus Strebl. Nebenbei gibt es Unmut über das Kunststück des Münchner Bezirksverbands, bisher weder für den Landtag noch für Berlin eine einzige Frau aufzustellen. Die Zeit sei „reif“, mahnt Niebler.

Bei der letzten Bundestagswahl dauerten die Verhandlungen, so berichten Teilnehmer, bis in die Nacht vor der endgültigen Listenreihung.

Christian Deutschländer

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