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Frauke Petry.

Nach Druck von der Basis

Petry verzichtet auf alleinige Spitzenkandidatur für die AfD

Dresden - AfD-Chefin Frauke Petry beugt sich dem Votum der Parteimitglieder und verzichtet auf eine alleinige Spitzenkandidatur.

"Die Mitglieder der AfD haben auf demokratische Weise entschieden, dass die Partei mit einem Spitzenteam in die Bundestagswahl zieht", sagte Petry der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). Eine Mehrheit der AfD-Mitglieder hatte sich in einer Online-Befragung für ein solches Team und gegen eine Einerspitze ausgesprochen.

"Die AfD ist insgesamt ein starkes Team", sagte Petry der "Bild"-Zeitung weiter. "Das werden wir im kommenden Wahlkampf erneut gemeinsam beweisen." Zugleich warnte die Parteivorsitzende aber mit Blick auf die ungelösten Konflikte im AfD-Bundesvorstand vor einem zerstrittenen Spitzenteam: "Ein Bild à la SPD-Troika gilt es dabei für die AfD zu vermeiden."

Die SPD war 1994 nach heftigen parteiinternen Querelen mit einer Troika aus Rudolf Scharping, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder in den Bundestagswahlkampf gezogen. Am Ende gelang damals der schwarz-gelben Koalition unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) noch einmal die Wiederwahl.

Ex-Journalist Hampel will ins Spitzenteam der AfD

Der Vorsitzende der niedersächsischen AfD, Paul Hampel, sieht sich als mögliches Mitglied des „Spitzenteams“ seiner Partei für die Bundestagswahl. Die Mitglieder und Delegierten sollten entscheiden, wer die meisten Wähler ansprechen könne, sagte Hampel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Als Journalist habe er 30 Jahre lang Politik begleitet und bringe damit nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine derartige Rolle mit. „Natürlich möchte ich für die AfD etwas erstreiten“, fügte er hinzu.

Die niedersächsische AfD hatte den ehemaligen Fernsehjournalisten am vergangenen Wochenende mit großer Mehrheit auf Platz eins ihrer Kandidatenliste für die Bundestagswahl gewählt. Laut einer bundesweiten Mitgliederbefragung will die Mehrheit der AfD-Mitglieder keine Solokandidatur. Nach Angaben aus Parteikreisen sprachen sich rund 54 Prozent für ein „Spitzenteam“ aus. Es gilt als sicher, dass die Parteivorsitzende Frauke Petry diesem Team angehören wird. Wer noch dazustößt, ist offen. Die Entscheidung soll im April auf einem Delegiertenparteitag in Köln fallen.

Hampel sagte, er sei zufrieden, dass sich die Mitglieder gegen eine Einzelkandidatur entschieden hätten. „Die AfD ist die natürliche Nachfolgepartei der CDU, und wir wollen Volkspartei werden.“ Die Partei müsse sich deshalb „breit aufstellen“. Auf die Frage, wie groß er dieses ideologische Feld ziehen wolle, sagte er: „Die AfD reicht vom liberalen Jörg Meuthen im Westen bis zum Rechtspfosten Björn Höcke im Osten und da ist dann auch Schluss.“

Endgültige Entscheidung fällt Ende April

Die endgültige Entscheidung über die Aufstellung der AfD im Wahlkampf soll auf einem Bundesparteitag Ende April in Köln fallen. Im November hatte sich bereits der AfD-Bundesvorstand für ein Spitzenteam und damit gegen eine alleinige Kandidatur Petrys ausgesprochen. In der Parteispitze gelten unter anderem der Ko-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen, Parteivize Alexander Gauland und der Landeschef von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, als erklärte Gegner der Parteivorsitzenden.

In der Mitgliederbefragung stand Petry als Kandidatin zwar gar nicht explizit zur Diskussion. Sie hatte aber Mitte Januar in einem Interview Mehrfachspitzen als "wenig förderlich" für den Wahlkampf bezeichnet und sich sicher gezeigt, dass "die Partei das im Hinterkopf hat".

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