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Trauer in Moskau um den ermordeten Oppositionspolitiker Boris Nemzow.

Freund des getöteten Oppositionellen spricht

Hatte Nemzow Beweise für Moskau-Truppen in Ukraine?

Moskau - Der in Moskau auf offener Straße erschossene russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow verfügte nach Angaben eines Freundes über "Beweise" für die Präsenz russischer Soldaten in der Ukraine.

Nemzow habe diese Beweise veröffentlichen wollen, sagte Ilja Jaschin am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Nemzow sagte demnach, dass er Kontakt zu Angehörigen von in der Ukraine getöteten russischen Soldaten habe. Alle Beweise habe er in einem Bericht mit dem Titel "Putin und der Krieg" zusammengefasst.

Laut Jaschin kamen die Ermittler zwei Stunden nach dem Mord am späten Freitagabend in Nemzows Wohnung und am Samstag in sein Büro. Sie hätten Dokumente mitgenommen, und die Räume seien nun blockiert. Es sei zu befürchten, dass die Beweise nun niemals veröffentlicht würden.

Zwei Tage vor seiner Ermordung sagte Nemzow demnach, dass der von ihm zusammengestellte Bericht in Kürze veröffentlicht werden sollten. Jaschin leitet die Oppositionsbewegung Solidarnost und war einer von Nemzows engen Freunden.

Boris Nemzow wird am Dienstag beigesetzt  

Boris Nemzow wird am Dienstag in Moskau beigesetzt. An der Trauerfeier für den 55-Jährigen werden auch Vertreter der Bundesregierung teilnehmen. Der deutsche Botschafter in Moskau will nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen der Zeremonie gemeinsam mit Kollegen aus anderen europäischen Staaten beiwohnen, ebenso der Russlandkoordinator der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD). Nemzows sterbliche Überreste sollen zunächst im Moskauer Andrej-Sacharow-Zentrum für Menschenrechte aufgebahrt werden (ab 08.00 Uhr MEZ). Danach ist die Beisetzung auf einem Friedhof der russischen Hauptstadt geplant. Der Kreml-Kritiker Nemzow war am späten Freitagabend in Moskau erschossen worden. Die Tat löste weltweit Entsetzen aus.

AFP

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