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Chefin des rechtsextremen Front National: Marine Le Pen.

Frexit nach dem Brexit?

Le Pen will Franzosen über EU-Austritt abstimmen lassen

Paris - Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen ist mit dem Versprechen eines Referendums über den EU-Austritt Frankreichs in den Präsidentschaftswahlkampf gestartet. 

Die Briten hätten sich bei ihrem Brexit-Votum im Juni "für ihr Schicksal entschieden" und "für die Unabhängigkeit gestimmt", sagte Le Pen am Samstag im ostfranzösischen Brachay. Sollte sie im Frühjahr zur Präsidentin gewählt werden, könnten sich auch die Franzosen "für einen anderen Weg entscheiden".

"Die Freiheit kann uns leiten, wir können wieder ein freies Volks werden, stolz, unabhängig, wir können Frankreich seinen wahren Platz in der Welt zurückgeben", sagte Le Pen vor hunderten Anhängern auf dem Dorfplatz von Brachay, wo der rechtsextreme Front National (FN) im vergangenen Jahr die erste Runde der Regionalwahlen haushoch gewonnen hatte und wo die Parteichefin nun ihren Wahlkampf für das Präsidentenamt startete.

Le Pen: EU ist von Deutschland dominiert

Le Pen präsentierte sich in ihrer Rede als unabhängige Kandidatin, die weder von ausländischem Geld, von Banken, Konzernen und Medien noch von der "von Deutschland dominierten" EU abhängig sei. Sie stilisierte sich vor allem als Gegenmodell zu Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, der im November an der Vorwahl seiner konservativen Partei Die Republikaner für die Präsidentschaftswahl teilnehmen will. Sarkozy wäre gerne "der Medienstar im Kampf gegen den radikalen Islamismus", sagte Le Pen. In Wirklichkeit sei er aber dem saudiarabischen König Salman treu ergeben, der weltweit den Wahabismus fördere, eine ultrakonservative Lesart des Islam.

Nach den derzeitigen Umfragen dürfte Le Pen bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr in die Stichwahl kommen, so wie es ihrem Vater, dem FN-Gründer Jean-Marie Le Pen, 2002 gelungen war. In der Stichwahl hatte damals der amtierende konservative Präsident Jacques Chirac den FN-Gründer haushoch besiegt. Auch für seine Tochter gilt ein Sieg in der zweiten Wahlrunde als nahezu ausgeschlossen.

AFP

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