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Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat an die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, appelliert, ihr Schweigen zu brechen und so zur Aufklärung der rechtsterroristischen Mordsserie beizutragen.

NSU-Prozess

Friedrich an Zschäpe: Brechen Sie Ihr Schweigen

Berlin - Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat an die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, appelliert, ihr Schweigen zu brechen und so zur Aufklärung der rechtsterroristischen Mordsserie beizutragen.

Er sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich hoffe, dass Frau Zschäpe im Laufe des Prozesses zur Besinnung kommt und zur Aufklärung dieser schrecklichen Taten beiträgt. Oft ist es im eigenen Interesse des Angeklagten, sein Schweigen aufzugeben.

Der Minister setzt darauf, dass auch die Last der Indizien Zschäpe zu einer Aussage bewegen könnte: „Die Anklage ist umfangreich, die Indizien zahlreich. (...) Ich hoffe, dass die Indizien so stark sind, dass die Anwälte von Frau Zschäpe ihr zur Aussage raten, um das Strafmaß zu reduzieren“, so Friedrich.

Der am 6. Mai in München beginnende Prozess gegen Zschäpe und vier weitere Angeklagte werde einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung leisten: „Das Schwierige bei diesem Verfahren ist, dass zwei der mutmaßlichen Haupttäter tot sind. Trotzdem gehe ich davon aus, dass diese beispiellose Verbrechenserie vor Gericht umfassend aufgearbeitet wird und die Schuld der noch lebenden, mutmaßlichen Täter nachgewiesen werden kann, um sie gerecht zu bestrafen.“

Nach den Akkreditierungs-Querelen vor dem NSU-Prozess erwartet Friedrich ein hieb- und stichfestes Verfahren des Münchner Oberlandesgerichts. „Es kommt jetzt darauf an dafür zu sorgen, dass dieses Verfahren revisionsfest ist. Das Schlimmste wäre doch, wenn das Urteil wegen Formfehlern angefochten und aufgehoben würde.“

Zschäpe wird Mittäterschaft an den rassistisch motivierten Morden und Anschlägen der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) vorgeworfen. Zudem sind vier mutmaßliche NSU-Helfer angeklagt. Von den zehn Mordopfern der Terrorzelle waren acht türkischer und einer griechischer Herkunft, zudem starb eine deutsche Polizistin.

dpa

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