Friedrich Merz (CDU), ehemaliger Vorsitzender der Unions-Fraktion im Bundestag, spricht im Stadion Große Wiese zu den Delegierten.
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Friedrich Merz steht für seine Wortwahl in der Kritik.

Kritik für Wortwahl

Merz wird CDU-Direktkandidat bei der Bundestagswahl - und kassiert Spott für seine Rede

  • Kai Hartwig
    vonKai Hartwig
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Bei der kommenden Bundestagswahl darf Friedrich Merz auf ein Direktmandat hoffen. Doch mit einer Rede macht sich der CDU-Politiker zum Gespött.

Mühlenberg - Bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden hatte Friedrich Merz im Januar gegen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den Kürzeren gezogen. Doch der Christdemokrat wollte sich trotz der Niederlage nicht aus der Politik verabschieden. Rund zwei Monate nach dem Dämpfer beim CDU-Bundesparteitag kündigte Merz an, erneut für den Bundestag kandidieren zu wollen.

Am Samstag trat der frühere Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU zur Kampfabstimmung gegen Patrick Sensburg an. Merz, der von 1994 bis 2009 bereits im Deutschen Bundestag saß, setzte sich mit 327 zu 126 Stimmen durch. Er wird bei der Bundestagswahl 2021 als CDU-Direktkandidat des Wahlkreis 147 Hochsauerland ins Rennen gehen.

Offenbar hatte Merz die Delegierten in seiner knapp 20-minütigen Rede von sich überzeugen können. Unter anderem kündigte er laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript an: „Sie bekommen in mir keinen bequemen und angepassten Abgeordneten.“ Merz weiter: „Wir müssen wieder den Mut haben, eine stinknormale bürgerliche Politik zu machen, statt dem flüchtigen Zeitgeist atemlos hinterherzulaufen. Wir sind nicht die besseren Grünen und auch nicht die etwas weniger radikale AfD.“

Friedrich Merz: CDU-Politiker macht sich über die Gendersprache lustig

Doch Teile der Ansprache des Konservativen kamen nicht besonders gut an - im Netz hagelte es Spott und Kritik. Vor allem Merz Ausführungen zum Thema gendergerechte Sprache gerieten ins Kreuzfeuer. „Universitätsarbeiten schlechter zu bewerten, weil die oder der ‚Zuprüfende‘ die ‚Gender***‘ nicht richtig gesetzt hat“, hatte sich Merz ereifert. Und präsentierte sich als Verteidiger der deutschen Sprache.

Merz nannte spöttisch einige Beispiele für seiner Ansicht nach misslungene Gendersprache. „Grüne und Grüninnen? Frauofrau statt Mannomann? Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Mutterland? Hähnch*Innen-Filet? Spielplätze für Kinder und Kinderinnen? Wer gibt diesen #Gender-Leuten eigentlich das Recht, einseitig unsere Sprache zu verändern?“, fragte er seine Parteikollegen.

Friedrich Merz: Häme und Spott im Netz nach Gender-Witzen des Politikers

Das Team des Politikers twitterte unter anderem diesen Teil der Rede ihres Chefs. Von den Grünen kam ein Konter, die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen antwortete auf den Tweet: „Es schMERZt“. Autorin Sophie Passmann kommentierte: „Der Witz war 2008 ganz lustig und damit sind Sie sich selbst im Vergleich zu Ihrem restlichen Weltbild weit voraus.“ Ein User schrieb hämisch: „Wer gibt Ihnen eigentlich das Recht, trotz mehrfacher Wahlniederlagen, sich immer noch allen Deutschen aufdrängen zu wollen?“

Unterdessen äußerte sich Merz auch zum schwelenden Machtkampf in der Union um die K-Frage. „Einigt Euch, Markus Söder und Armin Laschet. Dieses Land braucht Perspektive. Dieses Land braucht Führung. Und die CDU und die CSU werden gebraucht als politisch führende Kraft dieses Landes.“

Wie zuvor machte sich Merz für seinen Parteivorsitzenden stark. „Die CDU hat entschieden. Die Entscheidung ist gefallen und sie gilt trotz aller Turbulenzen, die es gerade zwischen CDU und CSU in diesen Tagen gibt. Deshalb habe ich mich auch in dieser Woche noch einmal hinter unseren Vorsitzenden gestellt: Armin Laschet.“ (kh)

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