+
DDR-Doppelagent Werner Stiller gestorben.

Leben in drei Geheimdiensten

Früherer DDR-Doppelagent Werner Stiller tot

Berlin - Werner Stiller, der als Stasi-Überläufer zahlreiche DDR-Agenten im Westen enttarnte, ist tot.

Stiller sei im Alter von 69 Jahren bereits am 20. Dezember 2016 in Budapest gestorben, teilte der Ch. Links Verlag unter Berufung auf seine Familie am Freitag in Berlin mit. Stiller war ab 1972 hauptamtlicher Mitarbeiter der DDR-Auslandsspionage und von 1978 an Doppelagent für den Bundesnachrichtendienst (BND). 1979 flüchtete er in die Bundesrepublik.

Den Passierschein habe er sich in einer Nacht-und-Nebelaktion im Ministerium für Staatssicherheit besorgt, berichtete Stiller später in einer TV-Dokumentation. Mit durchgeladener Pistole sei er über den Bahnhof Berlin-Friedrichstraße in den Westen geflohen. Er nahm dabei Unterlagen aus der Stasi-Zentrale mit. Dadurch erhielten der BND und der US-Geheimdienst CIA Einblicke in den DDR-Auslandsgeheimdienst. Zwei Jahre nach seiner Flucht wurde er von der DDR in Abwesenheit wegen Spionage und Fahnenflucht zum Tode verurteilt.

Aus Sicherheitsgründen siedelte Stiller 1981 in die USA über, wo er mit dem CIA zusammenarbeitete. In den USA absolvierte er ein Wirtschaftsstudium und war später in New York und London als Investmentbanker tätig. Seit Ende der 1990-er Jahre lebte Stiller als Privatinvestor in Budapest. 2010 veröffentlichte er seine Autobiografie „Der Agent - Mein Leben in drei Geheimdiensten“.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

CDU, CSU und FDP sehen erstes Jamaika-Treffen positiv
Freundliche Worte, guter Wille und Hinweise auf erwartete Schwierigkeiten bei den Jamaika-Verhandlungen: Nach einem ersten Abtasten haben sich Union, FDP und Grüne am …
CDU, CSU und FDP sehen erstes Jamaika-Treffen positiv
Jamaika-Gruß vom Balkon: So lief das erste Beschnuppern
Das erste Abtasten und ein Gruß vom Balkon: Bei zwei getrennten Treffen sondiert die Union mit FDP und Grünen. Die Bilanz nach dem Schnuppertag ist verhalten positiv, …
Jamaika-Gruß vom Balkon: So lief das erste Beschnuppern
Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin
Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. …
Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin
Trump attackiert NFL im Streit um Protestgesten
US-Präsident Donald Trump hat den Streit um die angeblich mangelnde patriotische Gesinnung von Sportstars erneut angeheizt. Jetzt nimmt der Präsident die NFL ins Visier.
Trump attackiert NFL im Streit um Protestgesten

Kommentare