+
Der früherer Linken-Chef Lothar Bisky spricht im Dezember 2005 auf einem Parteitag.

Wenige Tage vor Geburtstag

Früherer Linken-Chef Lothar Bisky ist tot

Berlin - Lothar Bisky war die prägende Gestalt der ostdeutschen PDS. Und auch in der aus ihr hervorgegangenen Linkspartei nahm er eine führende Rolle ein. Jetzt ist er gestorben.

Der frühere Vorsitzende der Linken, Lothar Bisky, ist tot. Er sei am Dienstag im Alter von 71 Jahren verstorben, teilte Linksfraktionschef Gregor Gysi mit. Bisky war von 1993 bis 2000 und von 2003 bis 2007 Vorsitzender der ostdeutschen PDS. Nach der Fusion mit der westdeutschen WASG führte Bisky von 2007 bis 2010 die neugegründete Partei „Die Linke“ zusammen mit Oskar Lafontaine - die letzten Jahre widmete er sich besonders der Europapolitik. Im März 2012 trat Bisky als Fraktionschef der Linken im Europaparlament zurück. Als Grund gab er damals auch gesundheitliche Probleme an.

Bisky war allseits geachtet. In der Linken galt er als Mittler zwischen den zerstrittenen Parteiflügeln. Dabei wurde er selbst den regierungswilligen Reformern zugerechnet.

Der am 17. August 1941 in Pommern Geborene wuchs in Schleswig-Holstein auf. Als 18-Jähriger ging er in die DDR, weil er hier eine bessere Zukunftsperspektive sah. 1963 trat er in die SED ein. Bisky studierte Philosophie und Kulturwissenschaften. Von 1986 bis 1990 war er Rektor der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Erst mit der Wende kam er in die Politik, im November 1989 redet er kurz vor dem Mauerfall zu hunderttausenden Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz.

Anders als sein Co-Vorsitzender Oskar Lafontaine mied Bisky als Parteichef eher das Scheinwerferlicht - er galt als Mann der leisen Töne, als guter Strippenzieher und Streitschlichter. Bisky hinterlässt zwei Söhne - den Maler Norbert Bisky und den Journalisten Jens Bisky. Sein jüngster Sohn Stephan war Ende 2008 gestorben.

Am kommenden Samstag hätte Bisky seinen 72. Geburtstag gefeiert.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

CSU-Politiker kritisiert Seehofer und Söder scharf  - und zollt Merkel Respekt
Innenminister Horst Seehofer sieht sich als Opfer einer Kampagne und keinerlei Schuld bei der Bundespolitik für das CSU-Umfragetief. Tritt er im Falle eines Debakels bei …
CSU-Politiker kritisiert Seehofer und Söder scharf  - und zollt Merkel Respekt
Merkel spricht bei Sommerpressekonferenz
In Berlin ist politische "Sommerpause". Eine Garantie, dass es auch wirklich ruhig zugeht, ist das nicht. Etliche Konflikte schwelen unter der Decke. Das weiß auch die …
Merkel spricht bei Sommerpressekonferenz
Trump will Putin im Herbst nach Washington einladen
Die Kritik an US-Präsident wegen seines Gipfels mit Kremlchef Putin hält an. Trump reagiert darauf auf seine Art: Er will einen zweiten Gipfel mit Putin - diesmal in …
Trump will Putin im Herbst nach Washington einladen
Gedenken an Widerstand des 20. Juli 1944 in Berlin
Vor 75 Jahren wollten deutsche Offiziere den Krieg beenden und Hitler stürzen. Doch das Attentat scheiterte und die Nazis nahmen blutige Rache. Nun wird wie jedes Jahr …
Gedenken an Widerstand des 20. Juli 1944 in Berlin

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.