Veränderungen

Führerschein-Revolution ab 2021: Zwei Punkte werden vielen überhaupt nicht schmecken

Die praktische Führerscheinprüfung soll ab 2021 in Deutschland geändert werden. Die Neuerungen sollen unter anderem dazu beitragen das Unfallrisiko zu verringern.

  • Ab 2021 gelten bundesweit neue Regelungen bei der praktischen Führerscheinprüfung
  • Es ist von einem „Meilenstein im Fahrerlaubniswesen in Deutschland“ die Rede
  • Neue Auflagen sollen die Prüfung sicherer und objektiver gestalten

Berlin - Ab dem 1. Januar 2021 gilt in Deutschland die „Optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung“ (OPFEP). Mit der Anpassung der Führerscheinprüfung kommen einige Veränderungen auf zukünftige Prüflinge zu.

Praktische Führerscheinprüfung soll objektiver werden

Das allgemeine Kernziel der Änderungen ist, das hohe Unfallrisiko von Fahranfängern zu verringern. Um Fahranfängern sichere erste Fahrstunden zu ermöglichen, haben TÜV, Dekra sowie das Institut für Prävention und Verkehrssicherheit, die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Behörden und die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) die Fahrprüfung standardisiert sowie methodisch und inhaltlich optimiert. Die OPFEP wurde in mehr als 9.000 Prüfungen wissenschaftlich untersucht.

Änderungen bei der praktischen Führerscheinprüfung im Jahr 2021

Die Führerscheinprüfungsänderung soll dem Fahrprüfer mehr Objektivität in der abschließenden Bewertung des Fahrschülers sowie eine bessere Rückmeldung ermöglichen. Die Dekra spricht hierbei sogar von einem „Meilenstein im Fahrerlaubniswesen in Deutschland“.

Während der Fahrprüfung wird die Leistung des Fahrschülers nicht mehr schriftlich, sondern in einem elektronischen Prüfprotokoll erfasst. Teil der neuen praktischen Führerscheinprüfung werden acht Fahraufgaben sein. Während der Fahrprüfung achtet der Prüfer darauf, ob der Prüfling Fahrstreifen korrekt wechselt, Fußgänger beachtet oder ob das Verhalten im Kreisverkehr angemessen ist. Zusätzlich werden fünf Fahrkompetenzbereiche geprüft, welche zum Beispiel die Verkehrsbeobachtung, Kommunikation oder Geschwindigkeitsanpassung beinhalten.

Praktische Führerscheinprüfung: Höhere Kosten, längere Prüfdauer

Trotz der technischen Hilfen werden alle relevanten Entscheidungen zur Bewertung der Leistung des Fahrschülers weiterhin vom Prüfer getroffen. Das Praktische an dem System sei, dass dem Fahrlehrer nach der Prüfungsfahrt ein elektronisches Prüfungsprotokoll zur Verfügung stehe, welches er für Trainings- und Ausbildungszwecke nutzen kann. Zudem soll der Fahrschüler ein ausführliches, objektives Feedback zu seinen Fahrfähigkeiten erhalten. „Mit dem neuen Verfahren schaffen wir ausführliche Standards – vom elektronischen Prüfprotokoll bis zum Feedbackgespräch. Das sind klare Vorgaben für mehr Verkehrssicherheit“, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Mit der neuen Verordnung verändert sich allerdings nicht nur der Inhalt. Zukünftig soll die Prüfung 10 Minuten länger dauern als zuvor. Außerdem sollen die Kosten für die Pkw-Prüfung um mehr als 30 % steigen, die für den Lkw um 20 %.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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