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Rudolf Ogiermann.

Merkur-Kommentar

ARD und ZDF fusionieren? Seehofers populistischer Vorschlag

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München - Mit seinem Vorschlag, ARD und ZDF zusammenzulegen, macht Horst Seehofer seinem Image als Populist wieder alle Ehre, findet unser Autor. Und die AfD wird sich über den neuen Wahlkämpfer freuen.

Ach ja, was man nicht alles zusammenlegen könnte – CDU und CSU, Bayern und Baden-Württemberg, Staatskanzlei und Parteizentrale der Christsozialen.

Spaß beiseite, mit seinem Vorschlag zur Fusion von ARD und ZDF macht Horst Seehofer seinem Image als Populist mal wieder alle Ehre. Klingt ja auch gut, wenn man „Doppelstrukturen“ beseitigen will. Wer fordert, die berühmten „Wasserköpfe“ abzuschneiden, kann sich großen Beifalls sicher sein – außer von denen, deren Arbeitsplätze jeweils betroffen sind.

Natürlich hat die Politik die Aufgabe, die Haushalte der aus dem Geld der Bürger finanzierten öffentlich-rechtlichen Anstalten kritisch unter die Lupe zu nehmen. Keine Frage, dass es programmliche Wildwüchse gibt, dass die Pensionen der Ehemaligen enorme Summen verschlingen.

Doch dem bayerischen Regierungschef geht es gar nicht um vermeintlich überflüssige Krimis und Shows oder um Personalabbau. Die kritische Berichterstattung über Politik und Politiker ist ihm ein Dorn im Auge. Damit aber betreibt er das Geschäft genau derer, die die Medien pauschal als „Lügenpresse“ schmähen und nichts lieber täten, als ARD und ZDF so schnell wie möglich den Saft abzudrehen. Bei der AfD wird man sich freuen über den neuen Wahlkämpfer Horst Seehofer.

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