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„Selbst verwalten – Heimat gestalten“ – mit diesem Slogan warb der damalige Bürgermeister Armin Grein 1978 für die Gründung eines Landesverbands der Freien Wähler. Für seinen Nachfolger Hubert Aiwanger (unten) hat er heute mahnende Worte parat.

Zum Jubliäum eine Mahnung

FW-Urgestein Grein warnt: „Wer sich mit der CSU zusammentut, hat das Ende vor Augen“

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Zum Jubiläum eine Mahnung: Vor 40 Jahren haben sich die Freien Wähler auf Landesebene gegründet. Der Gründungsvater warnt seinen Nachfolger vor leichtfertigen Koalitionsüberlegungen.

München – Der Anfang war mühsam: Armin Grein, damals Bürgermeister von Marktheidenfeld und später Landrat im Kreis Main-Spessart, lud mit einem Infoblatt zum Gründungsakt. 6. Mai 1978, ein Hotel in München – dort sollte die erste Landesdelegiertenkonferenz der Freien Wähler stattfinden. Grein, heute 79 und im Ruhestand, hatte nach eigener Erinnerung keine Ahnung, wie viele dem Aufruf folgen würden. „Ich hatte vorher sämtliche Gemeinden in Bayern angeschrieben, um überhaupt herauszufinden, wo es Freie Wähler gab.“ Immerhin über 100 Delegierte kamen dann aber doch – und gründeten den „Landesverband Bayern der freien und unabhängigen Wählergemeinschaften“, wie der FW-Landesverband bis heute offiziell heißt.

An diesem Samstag treffen sich die Gründer und ihre Nachfolger zum Jubiläum in München. Auch Grein will kommen. Er kann mit einiger Genugtuung feststellen, dass sich die Freien Wähler zu einer landespolitischen Kraft gemausert haben. Seit zwei Legislaturperioden gibt es die FW auch im Landtag – und das Ziel bei der Wahl im Oktober ist der Wiedereinzug. „Es schaut gut aus“, meint FW-Generalsekretär Michael Piazolo. In Umfragen liegen die FW derzeit stabil bei sieben Prozent.

„Wer sich mit der CSU zusammentut, hat das Ende vor Augen“

Nach wie vor definieren sich die FW als „Anwalt der Kommunen“, verweisen darauf, dass sie mit 500 Bürgermeistern und zwölf Landräten hinter der CSU die zweitstärkste Kraft vor Ort sind. „Wir sind die Kommunalpartei im Landtag“, sagt auch Armin Grein, der 26 Jahre lang FW-Landesvorsitzender war, ehe er das Amt an Hubert Aiwanger (damals nicht sein Wunsch-Nachfolger) übergab. Allerdings behage ihm der derzeitige Kurs der Partei nicht. „Wer sich mit der CSU zusammentut, hat das Ende vor Augen“, warnt der 79-Jährige. Das zielt auch gegen Aiwanger, der sich ab und an gerne als Juniorpartner von Markus Söder anpreist.

Für seinen Nachfolger Hubert Aiwanger hat Armin Grein heute mahnende Worte parat.

Dass die Freien Wähler nicht nur im Dorf mitregieren, sondern der CSU auch in der Landespolitik wie etwa beim Thema Straßenausbaubeiträge immer wieder Nadelstiche versetzen können, war nicht selbstverständlich. Die Kandidatur für den Landtag war bei der Gründung 1978 keineswegs das Ziel, erinnert sich Grein. „Auch ich war sehr lange dagegen.“ Der Landesverband sei 1978 nur gegründet worden, um kommunalpolitische Anliegen leichter bei der Staatsregierung vorbringen zu können. Gleichwohl musste Grein schon 1978 Meldungen dementieren, er betreibe zusammen mit den damals aufkommenden „Grünen Listen“ sowie einer „Aktionsgemeinschaft Demokratische Gebietsreform“ die Landtagskandidatur. Dafür bestehe „kein Ehrgeiz und keine Notwendigkeit“, wehrte er die Gerüchte damals ab.

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Erst 20 Jahre später, nach einer turbulenten Delegiertenversammlung in Gundelfingen, votierte eine knappe Mehrheit von 54 Prozent der Freien Wähler für eine Teilnahme an der Landtagswahl – Grein war immer noch bei den Gegnern. Erst 2003 warb er offensiv für die Teilnahme. Diese war damals noch umstritten, heute ist sie es nicht mehr. Auch er habe seinen Frieden mit der Entscheidung gemacht, sagt Grein.

Von Dirk Walter

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