+
Gruppenfoto zum Treffen der G-20-Finanzminister in Istanbul: In der vordersten Reihe (4. v. li.) Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, neben dem US-Finanzminister Jack Lew (3. v. li.). Auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (4. v. re.) nimmt an den Beratungen in Istanbul teil.

Finanzminister tagen in Istanbul

G-20: Neuer Anlauf gegen Finanzierung des Terrorismus

Istanbul - Die Finanzminister und Zentralbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) wollen im Kampf gegen die Finanzierung des Terrorismus stärker zusammenarbeiten.

In einem AFP am Dienstag vorliegenden Entwurf der Abschlusserklärung des G-20-Treffens in Istanbul heißt es, alle Länder seien aufgerufen, die internationalen Normen schneller umzusetzen. Dies gelte vor allem für den Informationsaustausch und "das Einfrieren terroristischer Vermögen".

Die Finanzminister der G-20-Staaten fordern unter anderem eine stärkere Transparenz der Zahlungssysteme, um das Risiko eines Betrugs mit dem Ziel der Terrorismus-Finanzierung und der Geldwäsche zu verringern. So solle die internationale Geldwäsche-Task Force (FATF) bis Oktober 2015 neue Vorschläge machen, um die finanziellen Möglichkeiten für den Kampf gegen den Terrorismus zu stärken. Frankreich hatte nach den islamistischen Anschlägen in Paris im Januar seine europäischen und internationalen Partner aufgerufen, mehr gegen die Finanzierung des Terrorismus zu unternehmen.

Die G-20-Finanzminister und Zentralbankchefs äußern sich dem Entwurf der Schlusserklärung zufolge auch zu den Folgen des Ölpreisverfalls. Dieser gebe den Mitgliedsländern die Möglichkeit, ihre Haushaltspolitik zu überdenken. So könnten Investitionen und Transferzahlungen "gezielter" eingesetzt und "unwirksame Subventionen" verringert werden. Allerdings habe der Ölpreisverfall unterschiedliche Auswirkungen auf die G-20-Länder - je nachdem, ob ein Mitglied zu den Förder- oder Abnehmerländern gehöre, heißt es weiter.

Insbesondere begrüßen die Minister und Zentralbankchefs dem Entwurf zufolge die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zum massenhaften Ankauf von Staatsanleihen. Die Aktionen von Zentralbanken müssten "mit Vorsicht kalibriert und klar kommuniziert" werden, um Nebeneffekte zu vermeiden.

Deutschland wird bei dem Treffen in der Türkei von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesbankpräsident Jens Weidmann vertreten.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ex-CIA-Chef: Trumps Wahlkampfteam hatte Kontakte zu Russland
Die Russland-Affäre hängt wie ein Damoklesschwert über der Präsidentschaft von Donald Trump. Fast täglich werden neue Details bekannt. Ein aktiver und ein früherer …
Ex-CIA-Chef: Trumps Wahlkampfteam hatte Kontakte zu Russland
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Der türkische Kabarettist Serdar Somuncu hat aus aktuellem Anlass im Rahmen seiner Kolumne für die Wirtschaftswoche einen Brief an den IS geschrieben. Er gleicht einem …
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Trump in Italien eingetroffen
US-Präsident Donald Trump ist am Dienstag in Italien eingetroffen. Trump betritt erstmals als Präsident europäischen Boden.
Trump in Italien eingetroffen
Mehrheit für Union und FDP: Auf die Köpfe kommt es an
Zwischen den Bürgern und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kam es zum Bruch. Union und FDP sind dagegen im Aufwind, weil sie mit Personen punkten. Ein Kommentar von …
Mehrheit für Union und FDP: Auf die Köpfe kommt es an

Kommentare