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Was bedeutet G7 und wer gehört dazu?

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Von: Carolin Metz

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Die Abkürzung G7 ist gerade zu Zeiten des G7-Gipfels in aller Munde. Aber wer gehört eigentlich zu den G7-Staaten, wie wurde die Gruppe gegründet und was sind ihre Aufgaben?

Elmau – Im Juni 2022 treffen sich die Staats- und Regierungschefs zum 48. G7-Gipfel in Elmau. Auf der Konferenz diskutieren die Politiker über die Weltwirtschaft – aber auch über Außen- und Sicherheitspolitik. Ein Überblick über die Entstehung und das Wirken der G7.

ZusammenschlussG7 (Gruppe der Sieben)
Gründungsjahr1975
MitgliedsstaatenDeutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanda, USA
TreffenG7-Gipfel

G7-Staaten: Wer gehört zu den G7?

G7 ist die Abkürzung für „Gruppe der Sieben“. Dabei handelt es sich nicht um eine offizielle Organisation, sondern um einen inoffiziellen Zusammenschluss der zum Gründungszeitpunkt mächtigsten Staaten der westlichen Welt. Die Gruppe hat keinen Verwaltungsapparat und keine ständige Vertretung ihrer Mitglieder. Die G7-Staaten sind:

Die Bevölkerung der G7-Staaten stellen ungefähr 10 Prozent der Weltbevölkerung und die G7-Länder erwirtschaften 45 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens.

Als Beobachter nimmt auch die EU seit 1977 an den Treffen teil.

Gruppenbild vor Schloss Elmau: Die Staatsgäste beim G7-Gipfel 2015 im Idyll der bayerischen Berge.
Gruppenbild vor Schloss Elmau: Die Staatsgäste beim G7-Gipfel 2015 © dpa/Michael Kappeler

Die Geschichte der G7

Die G7 haben ihren Ursprung in der informellen „Gruppe der Fünf“, die sich ab 25. März 1973 in der Bibliothek des Weißen Hauses traf. Die Gruppe wurde wegen des Treffpunkts auch „Library Group“ genannt. Zu ihr gehörten die Finanzminister und die Zentralbankchefs der USA, Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Königreichs – ab September 1973 nahm auch Japan teil.

1975 schließlich riefen der damalige französische Präsident Valéry Giscard d‘Estaing und der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt den ersten Weltwirtschaftsgipfel ins Leben. Im Rahmen eines Kamingesprächs auf Schloss Rambouillet trafen sich die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA. Die Gruppe der Sechs (G6) war geboren. Die Regierenden tauschten sich im kleinen Kreis über die Öl- und Finanzkrise aus – das System der festen Wechselkurse von Bretton Woods war gerade erst zusammengebrochen. Am Ende des Treffens verabschiedeten sie ein 15-Punkte-Abkommen. Außerdem vereinbarten sie jährliche Treffen unter rotierender Präsidentschaft. 1976 trat schließlich noch Kanada der Gruppe bei.

Die G6 beziehungsweise die G7 waren in den Gründungsjahren 1975 und 1976 gemessen am Bruttoinlandsprodukt die sechs beziehungsweise sieben größten Volkswirtschaften der Welt. Mittlerweile ist das nicht mehr der Fall – China und Indien liegen mit ihrem Bruttoinlandsprodukt vor Kanada, dem wirtschaftlich kleinsten G7-Land.

G7-Gipfel: Treffen der Regierungschefs

Die G7 organisieren regelmäßige Weltwirtschaftstreffen, die sogenannten G7-Gipfel. Ursprünglich war geplant, dass sich die Politiker dort in persönlichen Gesprächen zu Fragen der Weltwirtschaft austauschen und gemeinsame Positionen und Ziele abstimmen. Die Themen des G7-Gipfels haben sich aber mittlerweile deutlich ausgeweitet: Auf der Agenda stehen auch Außen- und Sicherheitspolitik, sowie Bevölkerungsentwicklung, Gesundheit, Bildung, Umweltschutz, Klima und Terrorismusbekämpfung.

Die Ziele der G7

Die G7 versteht sich als Wertegemeinschaft, die Mitglieder bekennen sich zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Menschenrechten, Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung. Die Beschlüsse der G7 sind nicht rechtsverbindlich. Aufgrund des politischen und wirtschaftlichen Gewichts der G7-Nationen haben sie aber Einfluss auf viele andere Nationen und Organisationen.

Die Arbeit der G7

Die Gipfeltreffen sind der Höhepunkt der Arbeit der G7, aber nicht die einzige Aktivität. Während des gesamten Jahres finden Treffen zwischen Experten und Fachministern statt. In Arbeitsgruppen stimmen die G7-Nationen ihre Positionen und Initiativen in den unterschiedlichen Bereichen ab. Die Chefunterhändler der Staats- und Regierungschefs, die sogenannten Sherpas, bereiten die Themen für den Gipfel vor. Kurz vor dem G7-Gipfel kommen die Außenminister der Mitgliedsstaaten zusammen und beraten über außenpolitische Themen. Alle Ergebnisse der G7 werden in gemeinsamen Erklärungen festgehalten.

G7-Gipfel
Die Regierungschefs der G7 2021 beim Gipfel im englischen Cornwall. © Patrick Semansky/dpa

Was ist G8?

1998 wurde der Kreis um Russland erweitert – so entstanden die G8. 2014 wurde allerdings aufgrund der Aggressionen Russlands gegen die Ukraine in der Krimkrise der geplante G7-Gipfel in Sotschi abgesagt. Die übrigen Staaten beschlossen, sich bis auf Weiteres wieder ohne Russland im G7-Format zu treffen.

Wie lautet die Kritik an den G7?

Der Zusammenschluss wird kritisiert, weil er sich nur aus Vertretern der westlichen Industrieländer zusammensetzt und daher weder alle Regionen noch alle Entwicklungsstufen der Welt repräsentiere. Auch die Organisation der G7 wird bemängelt: Die Entscheidungsfindung sei intransparent und die Beschlüsse werden oft nicht umgesetzt. Vor allem globalisierungskritische Bewegungen protestieren gegen die G7 und liefern sich bei den G7-Gipfeln Straßenschlachten mit der Polizei.

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