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Traditionell: Journalisten wurden im Medienzentrum im Dirndl empfangen.

"Wie in einem Tarantino-Film"

Das schreibt die Weltpresse über den G7-Gipfel

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    Thomas Radlmaier
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Garmisch-Partenkirchen - Sie staunten über Bier am Vormittag und verglichen das Alpenpanorama mit einem Film von Quentin Tarantino: So beschrieben Journalisten aus aller Welt den G7-Gipfel und das Drumherum.

Eine malerische Gebirgslandschaft, weiß-blauer Himmel, Menschen in Lederhosen, grüne Bergwiesen und Bierkultur – so stellt man sich Deutschland vor in Großbritannien, Japan, Amerika und anderen Ländern. Und so präsentierte sich Deutschland während des G7-Gipfels auf Schloss Elmau den ausländischen Journalisten.

Wer sich in den vergangenen Tagen umgeschaut hat in der internationalen Presselandschaft, findet immer wieder Äußerungen, wie diesen Twitter-Eintrag der Guardian-Korrespondentin Kate Conolly: „Barack Obama kommt an in dem bayerischen Dorf Krün. Er wird begrüßt von Alphörnern, Brezen und Bier.“ Die britische Tageszeitung wunderte sich dann auch über das Weißbier-Frühstück von Obama und Merkel. In einem Guardian-Artikel konnte man lesen: „Die zwei führenden Politiker und Merkels Chemie-Professor-Gatte Joachim Sauer setzten sich an den Tisch zu Einheimischen, um ein speziell gebrautes G7-Gipfel-Weißbier mit Bananen- und Nelkengeschmack zu trinken. Dabei kippten alle Anwesenden das Bier sehr schnell herunter, und das obwohl es noch ziemlich früh am Morgen war.“

G7 Gipfel 2015 auf Schloss Elmau: "Die Einheimischen tragen traditionelle Tracht"

Auch Mitarbeiter der Kanadischen Rundfunkgesellschaft CBC staunten nicht schlecht, als sie einen Sternmarsch der G7-Gegner nach Elmau begleiteten. „Nach einer zweieinhalbstündigen Wanderung und einem zweistündigen Hin und Her mit der Polizei stoppten dutzende Aktivisten ihren Marsch, um Bier zu trinken und Würstchen zu essen an einem 300 Jahre alten Gasthaus. Danach marschierten sie weiter zurück nach Garmisch-Partenkirchen“, berichten die kanadischen Kollegen.

Japanische Journalisten waren dagegen insbesondere beeindruckt von der Gebirgslandschaft rund um Elmau und dem bayerischen Kleidungsstil. In einem Artikel der Japan Times heißt es: „Die Einheimischen tragen traditionelle Tracht – die Männer Lederhosen, die Frauen Dirndl. Der Himmel ist nach dem Sturm in der Nacht kristallklar. Die Sonne scheint auf die Bilderbuch-Alpen-Häuschen mit den schrägen Dächern, Alpenmalereien und hölzernen Geranien-Balkonen. Bernhard Neuner – Wallgauer Gebirgsschütze – trägt einen traditionellen Hut mit einem Büschel, der aus Tierhaar gemacht ist.“

Auch die Szene, als die sieben Staats- und Regierungschefs auf der grünen Bergwiese am Schloss Elmau zwischen Pusteblumen hindurchspazieren, kommentierten internationale Journalisten mit einem Augenzwinkern. Der Guardian-Reporter Charlie Skelton etwa schrieb: „Das ist die schlechteste Heidi-Episode“, die er je gesehen habe. Vor dem Hintergrund der Alpen erinnern die Menschen in Lederhosen den Daily Mirror an einen Tarantino-Film: „Es sah aus wie in einer Mischung aus dem Musical The Sound of Music und einem bayerischen Remake von Reservoir Dogs.“

G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau: Ticker zum Nachlesen und die wichtigsten Fakten

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum G7-Gipfel haben wir für Sie nochmal zusammengefasst. Außerdem können Sie unseren Ticker zum G7-Gipfel hier nachlesen.

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