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Merkel-Obama-Foto vom G7-Gipfel 2015 ging um die Welt - es hätte eigentlich nicht existieren dürfen

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Von: Astrid Theil

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G7-Gipfel vom 26. bis 28. Juni in Elmau
Das ikonische Foto, das um die Welt ging: Angela Merkel spricht mit Barack Obama bei der G7-Konferenz 2015 in Elmau. © Michael Kappeler/dpa POOL/dpa/Archiv

Das ikonische Foto von Angela Merkel und Barack Obama beim G7-Gipfel 2015 in Elmau ging um die Welt. Eigentlich sollte dieses Foto aber gar nicht existieren.

Ein Bild vom G7-Gipfel in Elmau verbreitete sich 2015 in Windeseile: Angela Merkel spricht vor dem Alpen-Panorama gestikulierend mit Barack Obama, der gemütlich auf einer Bank sitzt. Eigentlich sollte dieses Foto gar nicht existieren. Und dennoch hat es der Cheffotograf der Deutschen Presseagentur, Michael Kappeler, gemacht. Das Foto ging nicht nur durch alle Medien, sondern wurde auch in den Sozialen Netzwerken für unzählige Memes genutzt. Alle Infos zum G7-Gipfel 2022 in Elmau gibt es in unserem Live-Ticker.

Der Fotograf Michael Kappeler hat dem RedaktionsNetzerwerk Deutschland erläutert, wie es zu dem Foto kam. Es sei wie alle guten Pressebilder nicht geplant entstanden, sondern nur durch Zufall. Bei den G7-Gipfeln könnten sich Fotografen nur sehr kontrolliert von einem Fotopunkt zum nächsten bewegen. Ursprünglicher Plan des Bundespresseamtes sei es auf dem G7-Gipfel 2015 gewesen, alle Teilnehmer auf eine lange Bank zu setzen und ein Gruppenbild vor dem Alpenpanorama zu machen.

Merkel-Obama-Foto vom G7-Gipfel in Elmau: Vom Secret Service abgeschirmt

Um dieses Foto machen zu können, wurde Kappeler hinter der Bank vorbeigeführt, auf der Obama bereits saß und mit Ex-Bundeskanzlerin Merkel sprach. Die beiden seien vom Secret-Service abgeschirmt gewesen. Eigentlich hätte Kappeler also gar nicht fotografieren dürfen. Dennoch hat er im Vorbeigehen innerhalb einer Sekunde sechs Fotos geschossen. Darunter das ikonische Foto.

Das Foto zeige die damals wichtigsten Politiker der Welt in einem vertrauten Moment, der der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleibe. Solche Fotos auf Gipfel-Treffen zu machen, sei sehr schwer. Die Gipfel seien minütlich durchgeplant und Fotomotive vorher genau ausgesucht. „Unsere goldenen Sekunden sind die Augenblicke vor und nach der Inszenierung“, betont Kappeler im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Zwischen Inszenierung und Natürlichkeit: Politiker auf Gipfel-Treffen

Sobald die Politiker der Situation gewahr seien, würden sie sich inszenieren, wie sie es wollen. Davor und danach seien sie jedoch von der Situation gelöst und agierten natürlicher. In genau diesen Momenten würden solche Fotos entstehen wie das von Angela Merkel und Barack Obama auf dem G7-Gipfel 2015.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sei derweil schwieriger zu fotografieren, wie Kappeler betont. Als Mann im Anzug falle er unter vielen anderen Männern im Anzug nicht besonders auf. „Das war mit Angela Merkel in ihren bunten Sakkos natürlich einfacher. Die ist wie in einem Wimmelbild in der Masse der schwarzen Anzüge immer aufgefallen.“ at

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