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G7-Gipfel 2015: Gegner kündigen Proteste an

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Die Welt schaut auf Schloss Elmau – wenn sich hier im Juni des kommenden Jahres die Staatschefs der G7-Staaten treffen. © dpa

München - Vertreter von linken Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Migrationsverbänden haben sich zu einem Aktionsbündnis "Stop G7 Elmau" zusammengeschlossen. Mit einer Großdemo wollen sie das Gipfeltreffen empfindlich stören.

In den Tagen um den 4. und 5. Juni 2015 wird in Elmau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) Ausnahmezustand herrschen. Im Schlosshotel werden sich nämlich die Staatschefs der sieben wichtigsten Industrienationen der Welt treffen; aufgrund der Ukraine-Krise ist Russland nicht mehr willkommen, aus dem üblichen G8- wird daher nur ein G7-Gipfel.

Dass die Zusammenkunft der Mächtigsten der Welt nicht ungestört verläuft, dafür will nun das Aktionsbündnis „Stop G7“ sorgen. Am Wochenende fand in München eine konstituierende Sitzung statt, an der nach Auskunft der Organisatoren rund 100 Personen teilnahmen. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten gestern die Friedensaktivistin Ingrid Scherf, Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke (Die Linke) und Angela Müller von der evangelisch-lutherischen „Mission Eine Welt“ ihren „Fahrplan“ vor. Ebenfalls auf dem Podium saß ein Vertreter der linksradikalen „Antikapitalistischen Revolution Bonn“; seinen Nachnamen wollte „Robin“ aus Sicherheitsgründen nicht nennen.

Demnach soll am 30. Mai eine Großdemonstration in München stattfinden, gefolgt von einem „Alternativkongress“ am 31. Mai. Ab Montag, 1. Juni, dann will sich die Protestwelle gen Süden bewegen und mit „kreativen Aktionen“ vor Ort eine „empfindliche Störung“ des Zusammenkunft erreichen. Am 4. Juni planen die G7-Gegner einen Sternmarsch nach Elmau, ausgehend von den Bahnhöfen Mittenwald und Klais. Am 5. Juni schließlich soll es in Garmisch-Partenkirchen eine letzte Demo geben.

G7-Gipfel 2015: Gewaltbereite Gegner sollen friedlichen Protest nicht stören

Ein „Aktionskodex“ soll dabei verhindern, dass Gewaltbereite den friedlichen Protest stören. Der Vertreter der linksradikalen Position innerhalb des „Stop G7“-Bündnisses kündigte im Gegensatz zu seinen Vorrednern zwar an, den Gipfel nicht nur stören, sondern explizit „verhindern“ zu wollen. Gleichzeitig stellte er klar, dass auch sein Flügel sich an das Gesetz halten wolle. In den Jahren 2001 in Genua und 2007 in Rostock hatten Straßenschlachten Autonomer mit der Polizei zu verheerenden Schäden geführt; eine Wiederholung dieser Chaos-Tage fürchten nun die Bürger in Garmisch-Partenkirchen. Ob angesichts dessen die Meinung des „Stop-G7“-Bündnisses, dass zuletzt „die Gewalt immer von der Polizei ausging“, die Befürchtungen der Einheimischen zerstreuen kann, scheint da fraglich.

Tatsächlich fühlen sich die Gipfel-Gegner durch die Tatsache, dass sich die Mächtigen dieser Welt seit Jahren „hinter dicken Schlossmauern“ oder auf „einsamen Inseln“ zu ihren Gipfeltreffen verstecken müssten, in ihren Positionen bestätigt. Die umfassen neben der Kritik an Kapitalismus, Militarisierung und Abschottung gegen Flüchtende auch das Thema Ökologie. Im Naturschutzgebiet Elmau wolle man daher, so Ingrid Scherf, ausschließlich die befestigten Wege für Demonstrationen nutzen: „Ich werde mit Sicherheit verhindern, dass Demonstranten von der Bergwacht aus Felsspalten gerettet werden müssen.“

Die linke Punkband „Die Goldenen Zitronen“ übrigens liefert den Demonstranten den philosphischen Überbau ihrer Aktionen. In einem ihrer Lieder heißt es: „Die Erde ist eine Scheibe, von der nur die eine Hälfte von der Sonne bestrahlt wird, während die andere ewig im Dunkeln liegt.“ Deshalb, findet Ingrid Scherf, „müssen wir den Protest nach Elmau tragen“.

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst.

Stefanie Zipfer

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