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Vor dem G7-Treffen: Schutz für den Gipfel und seine Gegner

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Von: Christian Deutschländer

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Vor dem G7-Gipfel wurden in München Polizeiautos abgebrannt.
Vor dem G7-Gipfel wurden in München Polizeiautos abgebrannt. © Merkur

Vor dem G7-Gipfel in Elmau brennen in München Polizeiautos. Kritik an exzessgeilen Gewalttätern. Ein Kommentar von Christian Deutschländer.

München – Die ersten G7-Bilder sind die von ausgebrannten Bundespolizeiwagen in München. Kein guter Auftakt: nicht für den Gipfel, seine Gastgeber und das massive Sicherheitskonzept. Und erst recht nicht für Kritiker, die gewaltfrei gegen den G7-Gipfel in Elmau und seine Themensetzung demonstrieren wollen. Für ihr Anliegen wäre es verheerend, würden ihre Auftritte überschattet, vielleicht auch unterwandert von angereisten, exzessgeilen Gewalttätern.

G7-Gipfel in Elmau: „Es sollte bitte nicht Standard sein, sich unbewachte Polizeiautos anzünden zu lassen“

Für einen Welt-Gipfel in diesen dramatischen Zeiten sprechen unzählige Argumente, und die Bayern dürfen schon stolz sein, ihn erneut auszurichten. Ansatzpunkte zur Kritik gibt es aber ebenso. Auch jenseits der Weltanschauung in ganz praktischen Details wie dem aberwitzigen Sicherheitsaufwand in München, Garmisch, Elmau und überall dazwischen. Das Polizeikonzept zielt darauf, mit sehr hoher Präsenz einen reibungslosen Gipfel, aber auch friedliche Proteste dagegen zu ermöglichen. Gut so – doch Standard sollte es da bitte nicht sein, jeden Gullydeckel im Oberland zu verschweißen, aber sich dann die unbewachten Polizeiautos anzünden zu lassen.

Der Anschlag in München ist eine Warnung, wie hoch das importierte Gewaltpotenzial bei G7-Gipfeln ist. Hamburg hat davor 2017 kapituliert, schwerste Ausschreitungen, hunderte Verletzte. Bayerns Polizei kann das erfahrungsgemäß besser. Es steht ja ein Ruf auf dem Spiel: das einzige Land zu sein, in dem G7 vor Traum-Kulisse und auch die Proteste dagegen friedlich und sicher gewährleistet werden können. Im Zweifelsfall ist eine harte, präsente Linie in der Sicherheit die Grundlage dafür, ein weltoffener und gastfreundlicher Ausrichter zu sein.

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