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Hans Reichhart (31), seit Oktober Landtagsabgeordneter und Chef der JU Bayern.

Massive Korrekturen?

„Wir sollten beim G8 standhaft bleiben“

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München - In der CSU gärt es wegen der Schulpolitik. Ministerpräsident Horst Seehofer ist zu massiven Korrekturen am G8 bereit. Einige Abgeordnete warnen davor. Als erster spricht das der neue Chef der Jungen Union, Hans Reichhart, aus.

Ihr klarer Rat an die CSU: Finger weg vom Gymnasium?

Ja. Wir brauchen auf jeden Fall Ruhe im System, Verlässlichkeit und Sicherheit. Es darf nicht zu einem Systemwechsel kommen. Dass wir gewisse Stellschrauben weiter drehen müssen, ist klar. Aber das umfasst keine tiefergehenden Reformen. Das hat der JU-Landesausschuss so auch am Wochenende einstimmig beschlossen.

Wie weit gehen Sie mit? Wo beginnen tiefergehende Reformen für Sie?

Ich glaube, wir können die Flexibilisierungsjahre anpassen. Die deutliche Mehrzahl der Schüler – 60, 70 Prozent – muss aber im G8 bleiben, wenn man das jetzige System halten will.

Andernfalls...

...müsste man die Basis mitnehmen. Also entweder auf einem Parteitag diskutieren und entscheiden, oder die Mitglieder befragen.

Das anstehende Schul-Volksbegehren der Freien Wähler ist im Juli. Ist das nötige Erreichen von einer Million Unterschriften realistisch oder utopisch?

Wenn wir aufhören, die Diskussion ständig zu befeuern, wird es auch nicht zum Volksentscheid kommen. Keiner will ihn ja wirklich, nicht mal die Verbände.

Sehen Sie beim Gymnasium Parallelen zu Themen wie Studiengebühren, Wehrpflicht, Donauausbau – wo Seehofer stets die bisherige CSU-Linie aufgab?

Man muss sich mit der Schule immer wieder beschäftigen. Das ist aber eines der Themen, das für die CSU ganz wesentlich ist. Es ist ein Markenkern, dass wir in der Schulpolitik wissen, wo es hingeht. Deswegen sollten wir standhaft bleiben und halten, was wir versprochen haben.

Muss man Ihren Parteichef manchmal stützen, damit er stehen bleibt?

Er versteht sehr gut, die Strömungen aufzunehmen. Ich denke, dass er den Lauf der intensiven Diskussion aufnimmt und mit einem Konzept rausgehen wird, das besagt: Wir stehen zum G8.

Bundespolitisch ist ein weiterer Aufreger die Rente mit 63. Wo bleibt da der Aufstand der Jungen?

Wir kritisieren das intern und öffentlich. Ich hoffe, dass da Vernunft einkehrt. Gerade die Zeiten der Arbeitslosigkeit müssen herausgenommen werden. Nur so kommt man noch zu einer Lösung, die gerade noch erträglich ist.

Sie haben Seehofer neulich Boxhandschuhe geschenkt. Braucht er die jetzt gegen eine lautere JU?

(lacht) Nein. Wir tauschen uns mit Argumenten aus. Wir werden das ohne Boxhandschuhe erledigen können.

Interview: Christian Deutschländer

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