+
Sigmar Gabriel: "Niemand hatte für die Entwicklung des letzten Jahres einen Masterplan in der Schublade". Foto: Bernd von Jutrczenka

Gabriel zu Flüchtlingen: Niemand hatte einen Masterplan

Hamburg (dpa) - SPD-Chef Sigmar Gabriel wehrt sich gegen Kritik am Kurs seiner Partei in der Flüchtlingskrise. "Bei fast allen Menschen, mit denen ich in den letzten Wochen und Monaten gesprochen habe, finden sich widersprüchliche Gefühle und Meinungen"

Es gebe gute Gründe, warum die Menschen bei diesem Thema hin- und hergerissen seien zwischen Hilfsbereitschaft und einer Verunsicherung und Angst vor Überforderung, schreibt Gabriel in einem Gastbeitrag für das Portal "Spiegel Online". "Den meisten Politikern - auch mir - geht das nicht anders. Sich diese Widersprüchlichkeit bewusst zu machen, hat nichts mit 'Zerrissenheit' zu tun. Sondern ist sogar die Voraussetzung für einen angemessenen Umgang mit unserer Bevölkerung."

Es gebe nun mal beides - "die Verantwortung für Flüchtlinge und die Verantwortung für die Stabilität unserer Demokratie". Angesichts der Riesenaufgabe sei es auch fast schon normal, "dass wir manchmal Fehler machen, Entwicklungen zu spät erkennen, und manches auch zu langsam geht", schreibt Gabriel weiter. "Niemand hatte für die Entwicklung des letzten Jahres einen Masterplan in der Schublade."

Gabriels Gastbeitrag bei "Spiegel Online"

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lagarde fordert von Athen weitere Reformen
Berlin - Die Ansage der IWF-Chefin an Athen und Europa ist deutlich: Das griechische Steuer- und Rentensystem müssen dringend verbessert werden, damit das Land in …
Lagarde fordert von Athen weitere Reformen
Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Le Pen
Paris - Nach dem konservativen Élysée-Anwärter Fillon steckt nun Frankreichs Rechtspopulistin Marine Le Pen in einer Parlamentsjob-Affäre. Zwei Mitarbeiter stehen im …
Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Le Pen
Kommentar: Nicht mehr normal
Vor zwei Jahren hielt Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen das Risiko, mit den Flüchtlingen könnten auch gewaltbereite Islamisten nach Deutschland kommen, für …
Kommentar: Nicht mehr normal
Proteste gegen Sammelabschiebung nach Afghanistan
München - Erneut soll ein Flieger abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan bringen - diesmal von München aus. Der Protest gegen die Abschiebungen ist groß.
Proteste gegen Sammelabschiebung nach Afghanistan

Kommentare