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Die rote Rebellin Gabriele Pauli zieht sich zurück. Ihr Buch ist eine Generalabrechnung mit ihren früheren Parteien.

Pauli findet keine Partei mehr

Rote Rebellin wird jetzt Kräuterhexe

München - Wenn der bayerische Landtag im Oktober wieder zusammentritt, ist Gabriele Pauli nicht dabei. Die rote Rebellin hat keine Partei mehr. Jetzt watscht sie alle in einem Buch ab.

Nach ihrem Ausscheiden aus dem bayerischen Landtag will Ex-CSU-Rebellin Gabriele Pauli (inzwischen parteilos) Seminare geben und die Natur genießen. „Ein Kapitel meines Lebens ist beendet“, sagte sie am Donnerstag in München bei der Vorstellung ihrer Biografie „Die rote Rebellin“. „Ich bin jetzt einfache Bürgerin, was ein toller Zustand ist.“ Künftig wolle sie die Ruhe genießen. „Der einfache Mensch ist auch gut.“ Wie sie künftig ihren Lebensunterhalt bestreiten wird, sagte sie nicht. Zusätzlich zu ihrem Buch wolle sie aber beispielsweise Kräutermischungen auf ihrer Homepage anbieten. „Den Begriff Unkraut gibt es nicht in der Natur und schon gar nicht in der Politik.“

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Geld sei ihr auch nicht wichtig. „Das heißt nicht, dass ich nicht irgendwann wieder angreife, aber dazu brauche ich die richtige Partei“, sagte sie. Und: „Ich schaue gerne dahin, wo die Würde des Menschen verletzt wird, und das hat nichts mehr mit Parteipolitik zu tun.“

Niemand will sie auf eine Liste setzen

Wenn am 7. Oktober der neu gewählte bayerische Landtag zusammentritt, wird Pauli nicht mehr im Parlament sitzen. Sie hat keine Partei mehr, die sie auf eine Liste setzen würde. Eine Pension aus ihrer Zeit als Fürther Landrätin bekommt sie erst im Rentenalter.

In ihrem Buch erzählt sie aus ihrem bewegten politischen Leben, dessen Höhe- und Wendepunkt der Sturz von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) im Jahr 2007 war. Am Donnerstag stellte Pauli in München ihre Biografie „Die rote Rebellin“ vor. Für die Vorstellung hatte sie sich Unterstützung vom Fraktionschef der Landtags-SPD, Markus Rinderspacher, geholt - der betonte, politisch gebe es kaum Berührungspunkte zwischen Pauli und der SPD.

Das Buch ist eine Generalabrechnung

Ihr Buch sei aber lesenswert, sagte er, eine „Generalabrechnung mit ihren früheren Parteien“, CSU und Freien Wählern - und „wie erwartet nicht ganz ohne Eitelkeiten“. Er nahm die Gelegenheit zum Anlass, immer wieder gegen Paulis alte Partei, die CSU, zu sticheln, und kritisierte „unfassbare Entgleisungen von CSU-Männern“ in der Causa Pauli. So ganz glaubte er der Ex-Landrätin aber nicht, dass sie sich auf ihr Ausscheiden aus der Politik freut. Dass sie vor gar nicht allzu langer Zeit noch versucht hatte, wieder bei Freien Wählern oder der CSU Fuß zu fassen, interpretierte er als „Sehnsucht nach Rehabilitation“ oder den Suchtfaktor der Politik.

dpa

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