+
Gabriele Pauli.

"Allen Einsatz wert"

Gabriele Pauli will Sylter Bürgermeisterin werden

Sylt - Monatelang zierte sich Gabriele Pauli, wollte keine Entscheidung bekanntgeben zur möglichen Kandidatur als Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt. Jetzt ist es raus - sie will.

Die frühere CSU-Rebellin Gabriele Pauli will Bürgermeisterin auf Sylt werden. „Ja, ich werde kandidieren. Es ist eine Herzensentscheidung. Sylt ist allen Einsatz wert“, sagte die 57-Jährige der „Sylter Rundschau“. Bevor die inzwischen parteilose Politikerin aber kandidieren kann, benötigt sie noch 135 Unterschriften von Einwohnern der Gemeinde Sylt. Die will die Altlandrätin des Kreises Fürth von Donnerstag an auf dem Westerländer Hausfrauen-Markt sammeln.

Im Wahlkampf wolle sie vor allem die Haushaltslage von Sylt zum Thema machen, sagte Pauli der „Sylter Rundschau“. Sollte sie am 14. Dezember zur Bürgermeisterin gewählt werden, will sie Geld einsparen und für Soziales und Familien ausgeben. Weitere wichtige Themen sind demnach für sie die Verbesserung der medizinischen Versorgung, der Küstenschutz, sowie die Entwicklung des Tourismus.

Im Hinblick auf ihre Chancen bei der Bürgermeisterwahl gibt sich die ehemalige Landtagsabgeordnete optimistisch: „In Bayern war ich zunächst auch ein Newcomer, wurde aber dann doch hervorragend gewählt“, sagte sie.

Gabriele Pauli wurde deutschlandweit als „schöne Landrätin“ von Fürth bekannt und als die Frau, die 2006/07 zum Sturz des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) beitrug - eine Rolle, deren Bedeutung sie heute eher herunterspielt. 2007 sorgten auch ihre „Latex-Fotos“ für Aufsehen - Pauli hatte sich mit ebensolchen Handschuhen ablichten lassen.

Die Bilder hatten ein bis 2014 dauerndes Nachspiel - erst im Mai hatte das Oberlandesgericht München entschieden, dass sich Pauli in den Medien wegen der Fotos nicht als „durchgeknallte Frau“ bezeichnen lassen muss. Nach dem Austritt aus der CSU zog Pauli 2008 für die Freien Wähler in den bayerischen Landtag ein. Sie war auch deren Spitzenkandidatin für die Europawahl, überwarf sich aber mit der Partei. Auch mit einer eigenen Partei, der Freien Union, scheiterte Pauli.

Die alten glamourösen Zeiten scheinen jetzt im beginnenden Wahlkampf aber passé zu sein. In der „Sylter Rundschau“ plädiert die promovierte Politologin für eine effiziente Verwaltungsstruktur und eine intensivere Vermarktung touristischer Winter-Angebote. Bayern scheint sie bereits weitestgehend hinter sich gelassen zu haben: „Ich bin schon auf Sylt sesshaft geworden, habe eine kleine Wohnung bei einer Freundin gefunden - und werde entsprechend oft hier und nur noch selten in München sein.“

dpa

Politiker und ihre Affären

Politiker und ihre Affären

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Viele Internet-Nutzer offenbar verwirrt: Wo ist eigentlich Putins Frau?
Erst beim WM-Finale, dann mit Trump in Helsinki: Wladimir Putin steht im Fokus des Interesses. So einige Menschen stellen sich da offenbar eine schwierige Frage - wo ist …
Viele Internet-Nutzer offenbar verwirrt: Wo ist eigentlich Putins Frau?
"Da tickt etwas nicht ganz ...“: Trump empört Europäer - Geheim-Gespräch mit Putin beginnt hoffnungsvoll
Donald Trump und Wladimir Putin treffen sich am Montag zum mit großer Spannung erwarteten Gipfel in Helsinki. Wir berichten im News-Ticker.
"Da tickt etwas nicht ganz ...“: Trump empört Europäer - Geheim-Gespräch mit Putin beginnt hoffnungsvoll
Deutschland nimmt Kontakt mit Tunesien wegen Sami A. auf
Im Streit über die Abschiebung des Gefährders Sami A. nach Tunesien steht eine gerichtliche Klärung an. NRW und Bochum haben Beschwerde gegen den Rückholbeschluss …
Deutschland nimmt Kontakt mit Tunesien wegen Sami A. auf
„Er ist ein Täter! Er muss vor Gericht": Flüchtlingsschiff-Kapitän klagt Seehofer an
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht Innenminister Horst Seehofer indirekt für schlechte CSU-Umfragewerte verantwortlich. In der Partei gärt es nach den …
„Er ist ein Täter! Er muss vor Gericht": Flüchtlingsschiff-Kapitän klagt Seehofer an

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.