Beschaffung von Transportflugzeugen

Gabriels Ministerium mischt sich in Bundeswehr-Deal ein

Berlin - Das Bundeswirtschaftsministerium hat versucht, Einfluss auf die Beschaffung von Transportflugzeugen für die Bundeswehr zu nehmen.

Wie „Spiegel Online“ am Donnerstag meldete, drängte Staatssekretärin Brigitte Zypries die für Rüstung zuständige Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Katrin Suder, Anfang November in einem Brief, den geplanten Kauf von bis zu sechs US-Flugzeugen vom Typ C130 zu überdenken. Als Alternative biete sich ihrer Ansicht nach der Militärtransporter KC390 des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer an. An diesem Projekt sei auch der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall beteiligt. Es sei wichtig, die Absatzmärkte der deutschen Luftfahrtindustrie „zu vergrößern“.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte den Eingang des Briefes, wollte den Inhalt aber nicht kommentieren. Eine Antwort auf das Schreiben soll im Haus von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) noch nicht eingegangen sein.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die frühere Unternehmensberaterin Suder 2014 ins Ministerium geholt. Sie erhielt den Auftrag, im Rüstungsbereich aufzuräumen, nachdem es Probleme und Kostensteigerungen bei mehreren Beschaffungsvorhaben gegeben hatte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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