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Gaffen wird Straftat - Höchste Zeit

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Es wurde höchste Zeit, dass der Gesetzgeber mit einer deutlichen Strafverschärfung das Gaffen aus der lässlichen Kategorie Kavaliersdelikt in die einer Straftat überführt. Ein Kommentar von Alexander Weber.

Gaffer an Unfallstellen gab es leider schon immer. Früher nannte man sie „Schaulustige“, obwohl es schon damals gar nicht lustig war, wenn Menschen ihre Neugierde am Leid anderer befriedigten. Mit dem technischen Fortschritt, den immer kleineren und deshalb stets zur Hand liegenden Film-und Fotokameras nahm dieses Phänomen menschlicher Un-Triebe eine immer größere Dimension an. Und die heutzutage allgegenwärtigen Smartphones wirken endgültig wie teuflisch perfekte Instrumente zum Ausleben der Sensationsgier. Menschliche Privatheit und Würde werden selbst im Augenblick tiefster Not nicht mehr respektiert. Und auf Helfer und Retter wird kaum noch Rücksicht genommen.

Es wurde deshalb höchste Zeit, dass der Gesetzgeber mit einer deutlichen Strafverschärfung das Gaffen aus der lässlichen Kategorie Kavaliersdelikt in die einer Straftat überführt. Und im Extremfall, wenn Rettungskräfte am Unfallort in ihrer Arbeit nicht nur beobachtet und gefilmt, sondern behindert werden und deshalb die Behandlung von Unfallopfern erschwert oder verzögert wird, mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr belegt.

Die Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen ist umso unverständlicher, als viele Feuerwehrler, technische Helfer oder Sanitäter ihre Arbeit ehrenamtlich tun. Sie opfern ihre Freizeit, um die Allgemeinheit oder Einzelne vor Schaden zu bewahren beziehungsweise ihnen in Gefahrensituationen zu helfen. Dafür gebührt ihnen ohnehin unser gesellschaftlicher Dank. Dass der Staat sie nun endlich besser schützt, war längst überfällig.

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