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Drei Männer behindern am 5. Juli 2015 in Bremervörde nach einem tödlichen Unfall die Arbeit der Rettungskräfte.

Innenminister setzt auf Neuregelung

Gaffen wird zur Straftat

München - Der Bundesrat hat beschlossen, dass Gaffen zum Straftatbestand gemacht werden soll. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) begrüßt das: Auch er ärgert sich über Schaulustige bei Verkehrsunfällen.

Herrmann erhofft sich von der Entscheidung eine Signalwirkung, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Künftig könne ein Schaulustiger mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bedacht werden, wenn er einen Unfallretter behindert. Im Freistaat sollen noch in diesem Sommer mobile Sichtschutzwände gegen Gaffer getestet werden.

Erst am Montag hatten etwa 80 Gaffer auf der Autobahn 6 bei Roth in Mittelfranken nach mehreren Lkw-Auffahrunfällen mit einem Schwerverletzen die Arbeit der Retter stark behindert. Ein Polizeisprecher sprach von „katastrophalen Zuständen“. Die Gaffer hätten teils direkt im Unfallbereich versucht, Foto- und Filmaufnahmen zu machen. Die Polizei musste die Unfallstelle absperren, um die Schaulustigen zurückzudrängen.

Vor wenigen Tagen starb der Stadtkämmerer bei einem Verkehrsunfall. Dabei hatten Verkehrsteilnehmer eigenmächtig Absperrungen beiseite geschoben und versucht, Fotos des bereits abgedeckten Toten zu machen. Im April hatten drei Brüder die Rettungsmaßnahmen bei einem Unfall mit zwei Toten in Bremervörde massiv behindert.

Bei Verkehrsunfällen zähle oftmals jede Minuten, um Leben zu retten, sagte Herrmann. Eingeklemmte Schwerstverletzte müssten „Höllenqualen“ durchstehen. „Umso abstoßender ist es, wenn andere durch ihr Gaffen die Arbeit der Rettungskräfte behindern, nur um ihre Sensationsgier zu befriedigen.“ Nach Ansicht des Ministers hat dieser Trend mit der „Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken im Internet zu tun“.

dpa

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