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Welches Spiel spielt Wladimir Putin?

Ex-Schachweltmeister äußert Verdacht

Bastelt Putin im Hintergrund daran, Merkel zu stürzen?

Berlin - Experten warnen vor Manipulationen über das Internet bei der Bundestagswahl. Für den früheren Schachweltmeister Garri Kasparow hat Wladimir Putin ein handfestes Motiv, Angela Merkel loszuwerden.

Immer mehr Wahlen rund um den Globus stehen unter Manipulationsverdacht durch Hacker-Angriffe. Besonders hartnäckig halten sich beispielsweise die Vorwürfe, Russland habe unter der Anweisung von Präsident Wladimir Putin mittels IT- und Hacker-Experten versucht, die US-Wahl im vergangenen November massiv zu beeinflussen

Offen ist derzeit auch noch, wer hinter dem virtuellen Angriff auf Emmanuel Macron vor wenigen Tagen steckt. Den Mitarbeitern des französischen Präsidenten wurden kurz vor der Stichwahl neun Gigabyte an brisanten Daten gestohlen. Für den Wahlausgang blieb der Diebstahl noch ohne ausmachbare Folgen.

Ex-Schachweltmeister warnt: Putin will Merkel loswerden

Garri Kasparow während seiner Rede bei der re:publica 2017.

Im Hinblick auf die Bundestagswahl im September schlagen bereits erste Stimmen Alarm, dass auch in Deutschland manipuliert werden könnte. Auf der Internetkonferenz re:publica‘17 warnte der ehemalige Schachweltmeister und heutige Oppositionelle und Putin-Gegner Garri Kasparow vor Einmischungen, konkret durch Russland. 

Putin versuche nicht nur in Deutschland, sondern in gesamten Westen das freiheitliche System zu untergraben, betonte Kasparow während eines Podiums in Berlin. Außerdem wolle der russische Präsident Bundeskanzlerin Angela Merkel loswerden, so der 54-Jährige weiter. Der Hauptgrund dafür? Merkel sei nach Putins Einschätzung, so Kasparow, der Hauptgrund für die internationalen Sanktionen gegen Russland.

„Die Cyber-Attacke auf den Bundestag war keine Ausnahme“

In Berlin wappnet man sich bereits hinter den Kulissen vor einem Hacker-Angriff. Die Möglichkeit, zurückzuschlagen, soll gegeben sein. Auch die Bundeswehr arbeitet aktuell mit Hochdruck an einer neuen, sicheren IT-Infrastruktur

IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky betonte nun im Bild-Interview, dass der kürzliche Angriff auf die Netzwerke des deutschen Parlaments nichts Ungewöhnliches sei: „Die Cyber-Attacke auf den Bundestag war keine Ausnahme. Das passiert bei allen Parlamenten weltweit – und zwar jeden Tag. Doch in Deutschland ist der Angriff gelungen und zudem noch bekannt geworden.“

Für den 51-jährigen Kaspersky, der Millionen Menschen durch seine gleichnamige Anti-Viren-Software ein Begriff ist, ist klar, wer dafür verantwortlich ist: „Dahinter stecken meist gut ausgebildete, hochprofessionelle Hacker, die ihre Attacken oft über Monate vorbereiten und planen.“

Kaspersky warnt vor Fake News: „Es gibt keinen Schutz“

Doch nicht nur die direkten Attacken auf die IT des deutschen Bundestages sind laut Kaspersky gefährlich. Versuche, Wahlen zu manipulieren, würden in „erster Linie mit Fake News im Internet“ geschehen. Für den Russen stehen dabei vor allem wie Facebook, Twitter und Co. in der Schusslinie: „Soziale Netzwerke dienen dabei als Waffen. Deshalb wird die Rolle traditioneller Medien in Zukunft wieder viel wichtiger. Gegen Fake News gibt es keinen Schutz außer Bildung und Verstand.“

tlo

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