1. Startseite
  2. Politik

Putin schuld an teurem Winter? Kreml-Chef spricht von „totalem Blödsinn“

Erstellt:

Kommentare

Russlands Präsident Wladimir Putin.
Russlands Präsident Wladimir Putin (Archivbild). © Alexei Druzhinin/dpa

Der Gaspreis steigt immer weiter. Währenddessen will Russlands Präsident Wladimir Putin die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 beschleunigen.

Moskau - Die Strompreise steigen, Öl und Benzin werden immer teurer und auch der Gaspreis klettert. Verbraucher stehen vor einem teuren Winter. Angesichts der Gaskrise in Europa hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin nun für eine rasche Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2 ausgesprochen. Die Lieferungen über diesen Weg würden zu einer Entspannung auf dem aufgeheizten Gasmarkt und zu einer Senkung der Preise führen, sagte Putin am Mittwoch in Moskau auf der Russischen Energiewoche. Nord Stream 2 ist zwar fertiggestellt, die Betriebsgenehmigung von den deutschen Behörden steht aber aus. Putin bedauerte, dass die „administrativen Barrieren“ bisher nicht überwunden seien.

Der Kremlchef wies eine Verantwortung der Energiegroßmacht für die hohen Preise einmal mehr entscheiden zurück. Er bot der EU allerdings Hilfe an. Schon jetzt liege Russland mit seinen Gaslieferungen um zehn Prozent über den vertraglich vereinbarten Mengen. „Wir sind bereit, die Lieferungen weiter zu erhöhen.“ Allerdings brauche es dafür konkrete Anfragen. Zugleich wies er erneut Vorwürfe zurück, Russland benutze seine Marktmacht, um die Preise in die Höhe zu treiben und Gas als „politische Waffe“ zu benutzen. „Das ist totaler Blödsinn.“ Putin sagte: „Wir liefern so viel, wie angefragt wird.“

Gaskrise in Europa: Russlands Präsident Putin wirft EU Fehler vor

Der Kremlchef warf vielmehr noch einmal den Verantwortlichen in der EU Fehler vor. So sei es versäumt worden, nach dem kalten Winter im Sommer die Gasspeicher rechtzeitig wieder aufzufüllen. Die aktuelle Krise auf dem Gasmarkt mit hohen Preisen sei wegen eines Mangels an Elektroenergie in der EU entstanden, sagte Putin. Er verwies auf den wetterbedingten Wegfall von Energie aus Windkraftanlagen. Gas wird massenhaft verstromt, um Elektroenergie zu gewinnen. Deshalb sei der Bedarf an Gas zusätzlich gewachsen.

Video: Gaskrise in Europa: Putin weist Verantwortung zurück und unterbreitet Angebot

Der russische Energieriese Gazprom erhöhte nach Darstellung des Präsidenten auch den Transit über die Ukraine nach Europa um zehn Prozent. Über diesen Weg sei keine weitere Erhöhung der Liefermengen möglich, weil die Gasdurchleitungssysteme in der Ex-Sowjetrepublik marode und seit Jahrzehnten nicht saniert worden seien. Sie drohten, durch eine stärkere Nutzung auszufallen, sagte er. Auf dem Podium der Energiewoche machte der Kremlchef mehrfach deutlich, dass Nord Stream 2 die Lösung sei. Er sagte, der Transportweg von den Gasfeldern in Russland zum Verbraucher in der EU sei um 2000 Kilometer kürzer als über die Ukraine - und damit kostengünstiger. (dpa/fmü)

Auch interessant

Kommentare