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Bundespräsident Gauck: "Wir erleben, dass sich fremdenfeindliche Haltungen festsetzen".

Rede in Berlin

Gauck attackiert Fremdenfeinde

Berlin - Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts neuer fremdenfeindlicher Übergriffe eindringlich für mehr Toleranz und Offenheit geworben.

Alle seien aufgerufen, auf Argument und Dialog zu setzen und nicht auf Ausgrenzung und Gewalt, sagte Gauck bei einer Veranstaltung im Berliner Schloss Bellevue.

Gauck betonte nach Angaben des Präsidialamts: "Wir erleben, dass sich fremdenfeindliche Haltungen festsetzen, manche Menschen nicht einmal mehr vor Übergriffen zurückschrecken. Ich denke an diesem Punkt an das, was wir kürzlich wieder erlebt haben mit diesen widerwärtigen Angriffen auf Flüchtlingsheime."

Der Bundespräsident nannte es "unerträglich", dass in Deutschland Menschen, Einrichtungen, Institutionen existierten, die weltweit als Vorbild gelten könnten. "Und gleichzeitig in derselben Gesellschaft diese Teile einer Bevölkerung existieren, die all das, was uns bewegt, eben genau nicht wollen."

Oft herrsche Sprachlosigkeit, beklagte Gauck. "Wir reden einfach nicht genug miteinander." Das betreffe Einheimische und Zuwanderer, die Mehrheitsgesellschaft und die Minderheiten, aber auch Einwanderer untereinander. "Einige bleiben, je nach Herkunftsland, lieber unter sich." Eine neue Gemeinschaft könne aber nicht entstehen, "wenn wir schweigend nebeneinander her leben – sei es aus Absicht oder Unwissenheit, aus Ignoranz, Unsicherheit oder Überforderung".

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