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Durch die Homo-Ehe wird niemandem etwas weggenommen, betonte Gauck.

Irland als Vorbild

Gauck fordert offene Debatte über Homo-Ehe

Berlin/Dublin - Bundespräsident Joachim Gauck hat die irische Diskussion über die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare als beispielhaft gewürdigt.

Kurz vor seinem Staatsbesuch in dem Land sagte er der "Irish Times": "Daher wünsche ich mir auch für Deutschland noch stärker eine Debatte, in der bei den Menschen nicht das Gefühl überwiegt, dass ihnen mit der Gleichstellung anderer etwas genommen wird oder dies bedrohlich ist für die eigene Art zu leben." Gauck reist am Montag zu einem dreitägigen Besuch nach Irland.

"Aus persönlicher Erfahrung bin ich selbst für all das, was Menschen befreit und von Entfremdung löst", sagte Gauck weiter. Als erstes EU-Land hatte das katholisch geprägte Irland im Mai in einer Volksabstimmung für die völlige Gleichstellung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare gestimmt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) erklärte dazu in Berlin: "Ich freue mich, dass der Bundespräsident mit seiner starken Stimme in dieser wichtigen Debatte Wort ergreift." In der Gesellschaft dürfe kein "Platz sein für Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung". Deshalb solle auch in der großen Koalition eine offene Debatte über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geführt werden, insbesondere über das Adoptionsrecht.

Programm der Reise

dpa

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