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Die zehn Porträts von Gaucks Vorgängern hingen nicht einmal vier Wochen im Voyer des Schlosses Bellevue, als sie auch schon wieder abgehängt wurden

Bilder angeblich zu hässlich

Gauck lässt teure Ahnen-Galerie verschwinden

Berlin - Kunst-Skandal im Schloss Bellevue: Bundespräsident Joachim Gauck hat die 110.000 Euro teure Gemälde-Galerie seiner Vorgänger abhängen lassen. Und das, nachdem sie kaum vier Wochen im Foyer hing.

Nun hängen die Gemälde mit den Köpfen der zehn Bundespräsidenten in einem kleinen Nebenzimmer von Joachim Gaucks Büro. Der Bundespräsident hatte sich dazu entschieden, die Bilder nach nicht einmal einem Monat aus dem Foyer zu entfernen, weil es offenbar reihenweise Beschwerden gab, berichtet der "Berliner Kurier" in seiner Onlineausgabe unter Berufung auf das Präsidialamt.

Das sprach gegenüber der Zeitung von überraschend "massiver Kritik". Vor allem an der Farbgestaltung würden viele Betrachter Anstoß nehmen, schreibt der "Berliner Kurier". Rechtsanwalt und Kunstmäzen Prof. Peter Raue sagte gegenüber dem Blatt: „Die Bilder sind unzumutbar. Dazu stehe ich, und das habe ich dem Herrn Bundespräsidenten in einem Gespräch am Rande des Konzerts (die Rede ist vom Wandelkonzert zum 100. Geburtstag der Deutschen Oper Ende September) auch persönlich gesagt.“

Volker Henze, der Künstler, der für die Bilder verantwortlich ist, kann die Kritik in keinster Weise nachvollziehen: "Das ist eine Geschichte aus Absurdistan. Man wollte Henze, man hat Henze gekriegt – und dann hält man ihn nicht aus“, zitiert ihn der "Berliner Kurier". Der Künstler beruft sich außerdem darauf, dass Bundespräsident Gauck die Bilder zusammen mit ihm angesehen und ihm zu seinen Werken gratuliert habe. Vor allem das Porträt von Johannes Rau hatte es Gauck offenbar angetan.

Die 100.000 Euro für die Bilder flossen aus dem Konjunkturpaket

Auch Henze selbst ist zufrieden mit seiner Arbeit, vor allem, wenn man bedenkt, dass er eigenen Angaben zufolge ja nur ein Jahr Zeit für die ganze Galerie hatte. „Es musste ja unbedingt schnell gehen, weil mir gesagt wurde, dass die Mittel aus dem Konjunkturpaket II stammen und diese sonst weg wären", sagte der Künster der Zeitung. Dem Bericht zufolge seien die Gelder aus dem Konjunkturpaket geflossen, weil das 100.000 Euro teure Projekt als "nachhaltig" eingestuft wurde.

Henze vermutet sowieso, dass nicht die Kritik von Bürgern, dem Kunstmäzen oder Angehörigen der Abgebildeten schuld daran sei, dass die Bilder ihr Dasein nun fernab von Betrachtern fristen müssen. Er selbst kenne nämlich niemanden, dem die Porträts nicht gefallen hätten, betonte er gegenüber dem "Berliner Kurier". Vielmehr glaube er, dass es damit zu tun habe, dass Gaucks Vorgänger Christian Wulff die Galerie in Auftrag gegeben hatte. Aber das ist nur eine Theorie.

pie

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