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Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt werden durch König Willem-Alexander und Königin Maxima in Den Haag begrüßt.

Besuch in den Niederlanden

Gauck: Offene Gesellschaften gegen Populismus verteidigen

Den Haag - Ganz zu Beginn seiner Amtszeit hatte der Bundespräsident in den Niederlanden eine hohe Ehrung erfahren: Er durfte zum „Tag der Befreiung“ von den Nazis sprechen. In einem sich verändernden Europa kehrt er nun zurück.

Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts des erstarkenden Rechtspopulismus in Europa zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie aufgerufen. Deutschland und die Niederlande verbinde die Erfahrung, „dass ein demokratisches Miteinander nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu bekräftigt werden muss“, sagte Gauck am Montagabend laut Redetext bei einem gemeinsamen Abendessen mit dem niederländischen König Willem-Alexander und Königin Máxima in Den Haag.

„Uns verbindet daher nicht zuletzt das Ringen darum, unsere offenen Gesellschaften gegen die Anfeindungen eines von Hass und Vorurteilen, aber auch von Frustrationen und Enttäuschungen genährten Populismus zu verteidigen“, sagte Gauck. Gerade deshalb sei der vielfältige Austausch und Dialog zwischen beiden Ländern so wichtig.

Gauck äußerte sich, ohne den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders beim Namen zu nennen. In den Niederlanden wird am 15. März ein neues Parlament gewählt. Wilders „Partei für die Freiheit“ kann mit dem Kurs gegen Europa und für Schließung der Grenzen stärkste Kraft werden.

Der Bundespräsident will sich an diesem Dienstagnachmittag zum 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags von Maastricht zur Zukunft der Europäischen Union äußern. Gauck spricht bei einem Festakt der Universität der Stadt. Der am 7. Februar 1992 unterzeichnete Vertrag von Maastricht machte den Einstieg in eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie eine Zusammenarbeit in der Justiz- und Innenpolitik möglich.

Gauck verbindet mit den Niederlanden eine prägende außenpolitische Erfahrung zum Auftakt seiner Amtszeit vor fünf Jahren. Am 5. Mai 2012 durfte der Bundespräsident als erster Deutscher und als erstes ausländisches Staatsoberhaupt an den niederländischen Feierlichkeiten zum „Tag der Befreiung“ von der Naziherrschaft 1945 teilnehmen. Bei einem Festakt in der Stadt Breda hatte er an mehr als 100.000 niederländische Juden erinnert, die der Ausrottungspolitik Hitlers zum Opfer gefallen waren. Gauck beschwor damals die gemeinsame Zukunft in einem geeinten Europa.

dpa

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