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Bundespräsident Joachim Gauck und die Präsidentin von Südkorea, Park Geun-hye bei einer Pressekonferenz in Seoul. Gauck setzt sich für die Fortsetzung des internationalen Dialogs mit dem kommunistischem Regime in Nordkorea ein. Foto: Wolfgang Kumm

Gauck setzt sich für Dialog mit Nordkorea ein   

Der Bundespräsident gilt in Südkorea als leuchtendes Symbol für die Wiedervereinigung. Doch bei seinem ersten Staatsbesuch in Seoul sagt er seinen Gastgebern auch unbequeme Wahrheiten.

Seoul (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck macht sich trotz Provokationen aus Nordkorea für die Fortsetzung des internationalen Dialogs mit dem kommunistischen Regime in Pjöngjang stark.

Südkorea und seine Partner sollten trotz der nuklearen Aufrüstung durch Pjöngjang "für einen Politikwechsel in Nordkorea werben, sie sollten daran arbeiten, und sie sollten Alternativen für Nordkorea aufzeigen", sagte Gauck bei seinem ersten Staatsbesuch in Südkorea vor dem Parlament in Seoul.

Ein Dialog nicht nur über die vermeintlich harten Themen der Sicherheitspolitik, sondern auch über Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und inzwischen auch die Umwelt könne "helfen, Kanäle der Kommunikation" zu öffnen, sagte Gauck.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye sagte nach einem Treffen mit Gauck, für Seoul und Berlin habe das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms eine hohe Priorität. Außerdem wollten sich beide Seiten für eine Verbesserung der Menschenrechtslage in Nordkorea einsetzen. Sie bedanke sich, dass Deutschland die "Politik des Vertrauens" ihrer Regierung gegenüber Pjöngjang unterstütze, sagte Park.

In seiner Rede vor der Nationalversammlung würdigte Gauck die Nordkorea-Politik Parks. "Vertrauen und Dialog sind der Schlüssel zu friedlichem Wandel und zur Verständigung." Dieses Ziel müsse stets im Blick gehalten werden, so fern es auch erscheinen möge.

Die Signale aus Nordkorea schwankten zwischen Dialogbereitschaft und Konfrontation, sagte Gauck. Ein richtiger und humaner Schritt beider koreanischer Staaten sei es, in diesem Monat neue Treffen von auseinandergerissenen koreanischen Familien zu ermöglichen. Die Treffen sollen zwischen dem 20. und 26. Oktober in Nordkorea stattfinden. Zuletzt hatte es im Februar 2014 solche kurzfristigen Begegnungen gegeben.

Deutschland und Südkorea vereinbarten nach Angaben Parks, auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen, vor allem in den Bereichen Innovation, Forschung und Wissenschaft. Deutschland ist für Südkorea der wichtigste Handelspartner in der Europäischen Union.

Bei einem Staatsbankett mahnte Gauck am Abend, offene Märkte, ein fairer Wettbewerb und Investitionssicherheit seien unerlässlich für eine weitere Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. "Hier darf es keine Rückschritte geben, Frau Präsidentin, dafür sollten wir uns gemeinsam einsetzen." Südkorea könne hier Vorreiter in Ostasien sein. Der Bundespräsident bezeichnete das Land als eine Art Stabilitätsanker in der ganzen Region.

Am Mittwoch will Gauck nach einem Abstecher an die stark befestigte innerkoreanische Grenze in die Mongolei weiterreisen.

Auswärtiges Amt zu den Beziehungen zu Nordkorea

Amnesty International zu Südkorea

Amnesty International zu Nordkorea

Bundespräsidialamt zur Gauck-Reise

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