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Joachim Gauck und Barack Obama bei einem Treffen in Warschau im Juni 2014.

Abschluss der USA-Reise

Flüchtlingskrise: Gauck appelliert an Obama

Washington - Erstmals seit 18 Jahren steht wieder ein deutsches Staatsoberhaupt im Weißen Haus. Beim Treffen von Bundespräsident Joachim Gauck und Barack Obama ging es auch um Flüchtlinge und Nahost.

Update vom 9. September 2015: Das bayerische Kabinett berät über Notmaßnahmen in der Flüchtlingskrise. Was aktuell außerdem wichtig ist, können Sie in unserem Live-Ticker zur Flüchtlingskrise in Europa verfolgen.

Bundespräsident Joachim Gauck ist als erstes deutsches Staatsoberhaupt seit 18 Jahren vom US-Präsidenten im Weißen Haus empfangen worden. „Es ist vermutlich nicht allen Amerikanern bekannt, welche wunderbare Rolle Herr Gauck gespielt hat bei der Wiederherstellung eines modernen, vereinten Deutschland“, sagte Barack Obama am Mittwoch in Washington. „Deutschland ist einer unserer stärksten Verbündeten.“ Der 25. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober stand im Mittelpunkt der Gespräche.

Gauck sagte, trotz mancher Missverständnisse stünden Deutschland und die USA eng zusammen. Er verwies in seinem Statement auch auf die komplizierte Lage in Syrien und den großen Zuzug von Flüchtlingen. Deutschland habe sich aufgrund seiner Geschichte zur Aufnahme einer großen Zahl bereiterklärt. Er wünsche sich, dass diese „große humanitäre Aufgabe“ nicht nur in Europa, sondern auch in den USA gesehen werde.

Das Treffen mit Obama im Weißen Haus sei für ihn auch so etwas wie die Erfüllung eines Lebenstraums, sagte der frühere Bürgerrechtler Gauck. Zuletzt war 1997 der damalige Bundespräsident Roman Herzog im Amtssitz des US-Präsidenten empfangen worden.

Nach dem Treffen mit Obama waren Gespräche Gaucks auch mit Vizepräsident Joe Biden und Außenminister John Kerry geplant. Am Mittwochabend (Ortszeit) fliegt der Bundespräsident nach Berlin zurück, er wird am Donnerstagmorgen zurückerwartet.

Bei einem Empfang in der deutschen Botschaft zum Jahrestag der deutschen Einheit dankte Gauck den USA und insbesondere dem damaligen Präsidenten George Bush Senior, der die Wiedervereinigung entscheidend vorangetrieben habe.

Mit Blick vor allem auf den Irak sagte er, die Amerikaner seien im Nahen Osten aktiv gewesen, um Verhältnisse zu verändern, Diktatoren zu stürzen, neue Gesellschaften zu errichten. „Und aus diesen Einsätzen heraus sind ja auch Flüchtlingsbewegungen entstanden. Da beißt die Maus keinen Faden ab.“

Gauck forderte die USA auch eindringlich zu einem anhaltenden Engagement in Europa auf. „Manche Politiker und Akademiker sagen, Amerikas Langzeitengagement sei überflüssig geworden. Ich halte das für einen gefährliche Fehler“, schrieb Gauck in einem am Mittwoch online veröffentlichten Beitrag für die „Washington Post“. „Ein Europa ohne die USA wäre ein historischer Rückschritt.“

Alle Informationen zur aktuellen Flüchtlingskrise finden Sie in unserem News-Ticker.

dpa

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