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Bundespräsident Joachim Gauck genoss das zweitägige Sommerfest in seinem Park. Höhepunkt war das große Feuerwerk am Samstagabend. Unter den rund 10 000 Gästen war auch der Priener Anton Hötzelsperger (rechts).

Bayern beim Bürgerfest im Schloss Bellevue

Gaucks Gamsbart-Erlebnis

Berlin/München - Bundespräsident Joachim Gauck hat am Wochenende in den Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue zum Sommerfest geladen. Auf der Gästeliste stand allerhand bundesdeutsche Prominenz, einer der am meisten fotografierten Gäste war jedoch ein Trachtler aus dem Chiemgau.

Joachim Gauck machte einen gelösten Eindruck. Es ging nicht um die Ukraine, es ging nicht um Putin und es ging auch nicht um das Gedenken an den Ersten beziehungsweise Zweiten Weltkrieg.

Vielmehr ging es um Menschen, die sich um die Gesellschaft verdient gemacht haben; Ehrenamtliche, die, so Gauck, „das solidarische Deutschland“ repräsentierten und die nicht für die weit verbreitete „Konzentration auf das eigene Ich“ stünden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit wurde dabei von Gauck ebenso persönlich begrüßt („Der hat so viele Sorgen, heute will er mal Schönes erleben“) wie eine 86-jährige, pensionierte Lehrerin aus Baden-Württemberg, die sich für ausländische Schüler einsetzt.

Zwar nicht offiziell begrüßt, aber immerhin zu einem persönlichen Gespräch zum Bundespräsidenten vorgelassen wurde Anton Hötzelsperger. Der Mann aus Prien (Kreis Rosenheim), der seit fast 25 Jahren dafür sorgt, dass auf der Agrar-Messe „Grüne Woche“ in Berlin bayerische Blasmusiker und Trachtler auftreten, durfte Gauck am Freitagabend einen Bildband („Maler am Chiemsee“) überreichen und ihn an den Chiemsee einladen. Schließlich, so erklärte Hötzelsperger dem Präsidenten die Vorzüge seiner Heimat, sei auf der Herreninsel das Grundgesetz entstanden. Zudem sei Gaucks Vorvorgänger Horst Köhler mit seinem Wohnsitz in Unterwössen (Kreis Traunstein) ebenfalls ein Chiemgauer geworden; und schließlich habe auch Richard von Weizsäcker als Präsident den Chiemsee besucht. Gauck, von diesen Argumenten beeindruckt, zeigte sich Hötzelsperger zufolge denn auch „sehr zugänglich und locker“. Zusagen wollte das Staatsoberhaupt zwar noch nicht, aber er wolle sich die Fahrt an den Chiemsee immerhin „überlegen“.

Ob’s an der Kraft seiner Rede oder schlicht der imposanten Tracht lag – der Priener Hötzelsperger wurde im Schlosspark zum beliebten Motiv der Fotografen. Zwar waren viele weitere Trachtler aus ganz Deutschland eingeladen, aber die, so Hötzelsperger, „hatten halt keinen Gamsbart“.

Auch am Samstag, dem zweiten Tag des Bürgerfestes, ging es um das Thema Ehrenamt. Im Rampenlicht der Diskussionsrunde „Engagierte Idole zu Gast in Bellevue“ stand erneut ein Oberbayer: Der in Tutzing (Kreis Starnberg) lebende Rockstar Peter Maffay sprach dabei über seine karitativen Projekte. Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch hatte ihre Teilnahme wegen Krankheit kurzfristig absagen müssen.

Von Stefanie Zipfer

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