+
"Beim Landesparteitag im April trete ich nicht mehr an", sagte Gauland. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Fokus auf Bundestagswahl

Gauland gibt mehrere AfD-Spitzenämter möglicherweise auf

Alexander Gauland hat den Brandenburger Landesverband der AfD in den vergangenen Jahren auf einen strammen Rechtskurs getrimmt. Nun deutet sich sein Rückzug im Land an.

Potsdam/Berlin (dpa) - Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland will den Vorsitz von Landespartei und Landtagsfraktion möglicherweise aufgeben, um sich auf die Bundestagswahl zu konzentrieren. "Beim Landesparteitag im April trete ich nicht mehr an", sagte er der "Bild"-Zeitung (Dienstag).

Am Dienstag wollte er sich allerdings nicht mehr dazu äußern. "Ich kann heute nichts dazu sagen", sagte Gauland auf Nachfrage. Bereits bei seinem Amtsantritt 2014 hatte er erklärt, den Landesverband nur in der Anfangsphase führen zu wollen.

Der 75-Jährige ist einer der strategischen Köpfe der AfD und Gegenspieler von Parteichefin Frauke Petry. Er wurde vergangenes Wochenende von seinem Landesverband zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gekürt. Im Fall seiner Wahl will Gauland sein Landtagsmandat aufgeben.

Für Gaulands Ämter in Brandenburg steht bereits sein Stellvertreter in Partei und Fraktion, Andreas Kalbitz, in den Startlöchern. "Wenn er sich entschließt, nicht mehr anzutreten, würde ich selbstverständlich kandidieren", sagte Kalbitz der Deutschen Presse-Agentur. "Ich glaube, dass dies in der Brandenburger AfD für eine inhaltliche Kontinuität steht."

Der 44-Jährige wird wie Gauland dem nationalkonservativen Flügel der AfD zugerechnet. Wegen seiner Vergangenheit bei den rechtsgerichteten Republikanern scheiterte Kalbitz mit dem Versuch, sich in die Parlamentarische Kontrollkommission des Landtags wählen zu lassen, die den Verfassungsschutz kontrolliert. Zuletzt bekam auch Gauland im Parlament keine Mehrheit für einen Sitz in dem Gremium.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Terroranschlag in Barcelona: Angeblich drei deutsche Todesopfer
Der mutmaßliche Haupttäter von Barcelona ist laut einem spanischen Medienbericht tot. Der 17-jährige Moussa Oukabi soll der Fahrer des Lieferwagens sein, der in eine …
Terroranschlag in Barcelona: Angeblich drei deutsche Todesopfer
Terror in Barcelona: Was wir am Samstag sicher wissen - und was nicht
Der Terroranschlag von Barcelona stellt sich wohl als Werk einer organisierten Gruppe heraus. Die Ermittler ordneten der mutmaßlichen Terrorzelle drei Vorfälle zu.
Terror in Barcelona: Was wir am Samstag sicher wissen - und was nicht
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Kenias Opposition will das Wahlergebnis von vor rund einer Woche nicht anerkennen. Die Computer seien manipuliert worden, lautet einer der Vorwürfe. 
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen

Kommentare