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Alexander Gauland ist gerade im Wahlkampf für die AfD unterwegs

Neues Interview

Gauland verteidigt Aussagen zu Özoguz - und will Fraktionschef werden

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland verteidigt weiter seine Aussagen zur SPD-Politikerin Özoguz. In einem Interview hat er zudem Ansprüche auf ein prestigeträchtiges Amt angemeldet.

Berlin - Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland sieht weiterhin keinen Grund, sich bei der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz, zu entschuldigen. Özoguz hatte am Mittwoch gesagt, die Äußerungen Gaulands, sie in Anatolien zu „entsorgen“, hätten sie „schwer schockiert“. „Ich weiß, dass Frau Özoguz einen deutschen Pass hat“, sagte Gauland am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. 

„Ich habe ihr nur geraten, in ein Land zu gehen, in dem sie offensichtlich von der Kultur sehr viel mehr versteht als von der deutschen Kultur.“ Gauland sagte weiter: „Wenn Sie anschauen bei Google wie viele Politiker das Wort „entsorgen“ gegenüber anderen Menschen gebraucht haben, dann kann man nicht plötzlich, weil ich es in den Mund nehme, etwas daraus machen, was gar nicht gemeint war.“ Ähnlich hatte sich Gauland bereits am Mittwoch auf einer Wahlkampfveranstaltung geäußert.

Ziel: Fraktionschef zusammen mit Weidel

Gauland will nach einem Einzug seiner Partei in den Bundestag mit seiner Co-Spitzenkandidatin Alice Weidel den Fraktionsvorsitz als Doppelspitze übernehmen. "Wenn es geht, ja, das muss die Fraktion entscheiden", sagte Gauland am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". "Ich würde gerne mit Frau Weidel weitermachen. Wir sind uns einig." 

Gauland hob seine harmonische Zusammenarbeit mit Weidel hervor. "Frau Weidel und ich streiten überhaupt nicht miteinander." Trotz des wiederholten Führungsstreits in der AfD unter anderem mit Parteichefin Frauke Petry glaubt Gauland nicht daran, dass sich eine AfD-Fraktion nach einem Einzug in den Bundestag direkt wieder spalten würde. "Das hoffe ich nicht und glaube es auch nicht."

„Wir werden nicht von Russland finanziert“

Spekulationen über Geldzuwendungen aus Russland für seine Partei bestritt Gauland. "Wir werden nicht von Russland finanziert", sagte er. Er selbst bekomme keinerlei russische Zuwendungen, "ich kenne auch niemanden, der Zuwendungen aus Russland in der Partei bekommt", sagte Gauland. 

Über Verbindungen Russlands zur AfD gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte, zuletzt etwa über Verbindungen von AfD-Politikern zu einem mutmaßlichen russischen Spion. Dies hatte die AfD ebenfalls zurückgewiesen.

dpa/AFP/fn

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