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„Jeder Würde beraubt“

Gaza-Konflikt: UN-Hochkommissar kritisiert Israel - Türkei poltert vor Islam-Gipfel

Der Konflikt um Gewalt im Gaza-Streifen schwelt weiter: Der UN-Hochkommissar für Menschrechte rügt Israel - am Abend tritt ein Sondergipfel islamischer Staaten zusammen.

Genf/Istanbul - Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hat die Gewalt israelischer Soldaten gegen Demonstranten im Gazastreifen scharf kritisiert. Er wies Rechtfertigungen Israels zurück, dass die Sicherheitskräfte alles täten, um die Opferzahlen so niedrig wie möglich zu halten: „Dafür gibt es so gut wie keine Anzeichen“, sagte er am Freitag bei der Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Die Palästinenser seien unter Israel als Besatzungsmacht „eingepfercht in einen giftigen Slum von der Geburt bis zu Tod, jeder Würde beraubt“, sagte Said.

Bei der Gewalt am Grenzzaun zu Gaza, wo Palästinenser seit Ende März vermehrt demonstrieren, hätten israelische Sicherheitskräfte 87 Palästinenser getötet, darunter zwölf Kinder, so Said. 29 weitere seien dort ebenfalls umgekommen.

Der Rat war wegen der Gewaltwelle auf Antrag zahlreicher Länder zu einer Sondersitzung zusammengetreten. Er kann eine Resolution verabschieden, aber keine Sanktionen verhängen. Die israelische Botschafterin in Genf, Aviva Raz Shechter, wies alle Vorwürfe zurück. Sie warf der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas vor, Frauen und Kinder an die Front zu schicken, um sich dahinter zu verstecken. Israel verteidige sich lediglich gegen Angriffe.

Türkischer Außenminister will „Politik der Besatzung, Gewalt und Grausamkeit ein Ende setzen“

Vor dem Sondergipfel islamischer Staaten in Istanbul zur Gewalt im Gazastreifen hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Israel „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vorgeworfen. „Es ist schon längst an der Zeit, Israels Politik der Besatzung, Gewalt und Grausamkeit ein Ende zu setzen“, sagte Cavusoglu am Freitag beim Außenministertreffen vor dem Gipfel.

Die Mitgliedsstaaten der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) rief Cavusoglu zur Geschlossenheit in der Frage und zur Unterstützung der Palästinenser auf. „Ich verfluche einmal mehr das brutale Massaker in Palästina.“ Der vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan einberufene OIC-Sondergipfel beginnt am Abend (19.00 Uhr Ortszeit/18.00 Uhr MESZ). Die Türkei hat derzeit den OIC-Vorsitz inne.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani sagte vor seiner Abreise nach Istanbul: „Das OIC-Treffen in Istanbul ist eine gute Gelegenheit für die islamische Welt, die Verbrechen des zionistischen Regimes und der USA gegen die Palästinenser zu verurteilen. Die Unterstützung für Palästina und Al-Kuds (Jerusalem) ist gleichzeitig auch die Verteidigung islamischer Werte weltweit.“

Lesen Sie auch: Blutige Gewalt im Nahen Osten - wie reagiert die Arabische Liga?

dpa/fn

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