Greta Thunberg wird geadelt: „Time“-Magazin ernennt sie zur „Person des Jahres“

Greta Thunberg wird geadelt: „Time“-Magazin ernennt sie zur „Person des Jahres“

Eskalation in Nahost

Israel und Gaza: Berichte über Waffenruhe - doch die Raketen fliegen weiter

In einer Aktion von Militär und Geheimdienst hat Israel ein führendes Mitglied einer militanten Palästinenserorganisation in Gaza getötet. Als Reaktion fliegen wieder Raketen auf Israel.

  • Israel hat einen Anführer des Islamischen Dschihad in Gaza gezielt ausgeschalten.
  • Palästinenser bestätigen den Tod von Baha Abu Al Ata.
  • Anschießend flogen Raketen von Gaza in Richtung Israel.

Update vom 14. November:

Trotz offiziell unbestätigter Berichte über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Extremistenorganisation Islamischer Dschihad hat es auch am Donnerstagmorgen weiter Raketenbeschuss auf Israel gegeben. Die Sirenen heulten nach Armeeangaben im Grenzgebiet. Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen durch israelische Luftangriffe stieg unterdessen auf 34. Die meisten davon waren nach palästinensischen Quellen militante Palästinenser.

Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollte sich zu den Berichten über eine Waffenruhe zunächst nicht äußern. Ägypten und die Vereinten Nationen hatten sich nach Medienberichten zuvor bemüht, die Lage zu beruhigen und intensiv hinter den Kulissen zu vermitteln.

Seit zwei Tage kommt es zu einer massiven Auseinandersetzung zwischen Israel und den militanten Palästinensern. Mehr als 360 Raketen wurden nach Israel abgefeuert. In Israel wie auch im Gazastreifen wurden jeweils Dutzende Menschen verletzt.

Die militanten Palästinenser reagierten mit dem Beschuss auf Israel auf die gezielte Tötung ihres Militärchefs Baha Abu Al Ata durch die israelische Luftwaffe. Auch seine Frau kam bei dem Angriff in der Nacht zu Dienstag ums Leben. Israel griff anschließend Dutzende Ziele des Islamischen Dschihad im Gazastreifen an.

Israel tötet Anführer des Dschihad in Gaza - Antwort ist ein Raketen-Regen

Update vom 13. November:

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Mittwoch erneut Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Im Grenzgebiet sowie in der Küstenstadt Aschkelon hätten am Morgen Warnsirenen geheult, teilte die israelische Armee mit. In der Nacht hatte Israels Luftwaffe mehrere Ziele der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad in dem Küstenstreifen angegriffen. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte am Mittwoch mit, ein Palästinenser sei dabei getötet worden.

Am Dienstag hatten militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee rund 200 Raketen auf Israel abgefeuert. Dutzende davon seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden.

Geheimdienstaktion: Israel tötet einen Anführer des Islamischen Dschihad in Gaza 

Erstmeldung vom 12. November: Tel Aviv/Gaza - Israels Sicherheitskräfte haben in einer gezielten Aktion einen Anführer des Islamischen Dschihad im Gazastreifen getötet. Die Armee informierte über die Operation unter Beteiligung des Inlandsgeheimdienst Schin Bet in der Nacht zu Dienstag. Die militante Palästinenserorganisation bestätigte den Tod von Baha Abu Al Ata und seiner Frau. „Israel hat alle roten Linien überschritten“, hieß es in einer Stellungnahme. Laut Gesundheitsministerium in Gaza wurden zwei weitere Personen verletzt.

Nach Medienberichten fing das Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) anschließend mehrere Raketen ab, die vom Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden. Die Armee sprach zunächst nur von Raketenalarm. Auch in Tel Aviv heulten am Morgen die Sirenen.

Israel/Gazastreifen: „Unmittelbar bevorstehende“ Terroranschläge

Abu Al Ata habe in den vergangenen Tagen Vorbereitungen für „unmittelbar bevorstehende“ Terroranschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten vorangetrieben, teilte die Armee mit. Er habe unter anderem „Terrorsquads“ für das Eindringen nach Israel trainiert. Abu al Ata war der Anführer der Al-Kuds-Brigaden, des bewaffneten Arms des Islamischen Dschihad im Gazastreifen.

Die Operation habe dazu gedient, „eine drohende Gefahr“ abzuwenden, hieß es weiter von der Armee. Sie sei von Ministerpräsident und Verteidigungsminister Benjamin Netanjahu genehmigt worden. Die Regierung hatte am Sonntag der Ernennung von Naftali Bennett von der Neuen Rechten zum neuen Verteidigungsminister zugestimmt. Erst Ende Oktober war die Regierungsbildung in Israel gescheitert.

„Abu al Ata war verantwortlich für die meisten Aktivitäten des palästinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen und war eine tickende Zeitbombe“, teilte die Armee mit. „Er hat Terrorattacken angeführt und sich persönlich an ihnen beteiligt sowie an Versuchen, israelischen Zivilisten und Soldaten Leid zuzufügen durch Raketenbeschuss, Scharfschützenfeuer, das Senden von Drohnen und mehr.“

Israel attackiert Haus von Anführer des Islamischem Dschihad

Israel: Sorge vor Angriffen des Islamischen Dschihad

Abu al Ata sei verantwortlich gewesen unter anderem für den intensiven Beschuss Anfang Mai, den Raketenbeschuss am 1. November, bei dem ein Haus in der israelischen Stadt Sderot getroffen wurde, sowie Raketenbeschuss auf ein Musikfestival in Sderot Ende August, teilte die Armee mit.

Die Arme hat nach eigenen Angaben verstärkt Truppen ins Grenzgebiet verlegt. Nach Medienberichten wurde wegen der Sorge vor Angriffen des Islamischen Dschihad auf israelische Grenzorte am Dienstag teilweise der Zugverkehr eingestellt. Schulen blieben geschlossen. Nach Angaben der Armee heulten am Morgen Sirenen unter anderem in Aschkelon.

Israel hatte während des Sechstagekrieges 1967 unter anderem das Westjordanland und den Gazastreifen erobert. Es hat vor zwölf Jahren eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas wird von der Europäischen Union, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wird Korruption vorgeworfen. Deshalb wird er nun angeklagt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Saud Abu Ramadan

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Greta Thunberg wütet auf Klimakonferenz gegen Merkel, Trump und Co.: „Das ist Irreführung!“
Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid ist auch Klima-Aktivistin Greta Thunberg vor Ort. Am Mittwoch hat sie eine Rede vor der Versammlung halten.
Greta Thunberg wütet auf Klimakonferenz gegen Merkel, Trump und Co.: „Das ist Irreführung!“
Greta Thunberg wird geadelt: „Time“-Magazin ernennt sie zur „Person des Jahres“
Greta Thuberg ist vom „Time“-Magazin zur Person des Jahres ernannt worden. Damit befindet sich die Klima-Aktivistin aus Schweden in prominenter Gesellschaft.
Greta Thunberg wird geadelt: „Time“-Magazin ernennt sie zur „Person des Jahres“
Time Magazine kürt Greta Thunberg zur Person des Jahres
Time Magazine kürt Greta Thunberg zur Person des Jahres
Teilerfolg für Kohl-Witwe im Streit mit Ghostwriter
Seit seinem Erscheinen beschäftigt das Buch "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle" die Justiz. Nun hat ein Gericht dem Autor Heribert Schwan erneut die Verbreitung von …
Teilerfolg für Kohl-Witwe im Streit mit Ghostwriter

Kommentare